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| 20:03 Uhr

Nahost-Konflikt
Tschechien will Botschaft in Israel nach Jerusalem verlegen

Milos Zeman (Archiv).
Milos Zeman (Archiv). FOTO: ap
Exklusiv | Prag. Die USA haben angekündigt, ihre Botschaft nach Jerusalem zu verlegen. Tschechien habe das auch vor, sagt Staatspräsident Zeman - und behauptet, das schon vor Trump geplant zu haben.

Die USA haben angekündigt, ihre Botschaft nach Jerusalem zu verlegen. Tschechien habe das auch vor, sagt Staatspräsident Zeman - und behauptet, das schon vor Trump geplant zu haben.

Tschechien plant die Verlegung seiner Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem. Der Schritt werde in drei Stufen erfolgen, sagte Staatspräsident Milos Zeman am Mittwoch während einer Feier in Prag zum 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels. Im kommenden Monat werde ein Honorarkonsulat in Jerusalem eröffnet, anschließend sollten weitere tschechische Einrichtungen folgen. Schließlich werde auch die Botschaft verlegt. Einen genaueren Zeitplan nannte er nicht. Aber seine Rede beendete Zeman mit dem Wunsch: "Nächstes Jahr in Jerusalem."

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu schrieb an Zeman, er hoffe, die neue Botschaft in Jerusalem werde Ende dieses Jahres eröffnet. Das tschechische Außenministerium teilte mit, die Eröffnung des Konsulats und des tschechischen Kulturzentrums in Jerusalem sei der erste Schritt, die Botschaft in der Hauptstadt des gastgebenden Landes anzusiedeln. Die Verlegung der Botschaft bestätigte das Ministerium aber zunächst nicht.

Die USA hatten angekündigt, ihre Botschaft nach Jerusalem zu verlegen. Aber nicht er habe die Vereinigten Staaten, sondern diese hätten ihn kopiert, behauptete Zeman am Mittwoch. Er verfolge diesen Plan schon seit vielen Jahren. Tschechien gilt als enger Verbündeter Israels. Beispielsweise gibt es gemeinsame Kabinettssitzungen. Das Land unterhält indes seit kommunistischen Zeiten auch diplomatische Beziehungen zur palästinensischen Autonomiebehörde.

US-Präsident Donald Trump hatte Jerusalem im Dezember als israelische Hauptstadt anerkannt. Er brach damit mit dem internationalen Konsens, dass über den Status der Stadt in Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern entschieden werden sollte. Die Palästinenser reklamieren den Ostteil Jerusalems als Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates.

(wer)