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Trump will mit Großkundgebung wieder in die Offensive

Donald Trump kann sich weiterhin der Unterstützung seines Ex-Chefstrategen, Stephen Bannon (r.), sicher sein.
Donald Trump kann sich weiterhin der Unterstützung seines Ex-Chefstrategen, Stephen Bannon (r.), sicher sein. FOTO: dpa
Washington/Boston. Erst hagelte es Kritik an seiner Reaktion auf die Gewalteskalation in Charlottesville, dann folgte der Abgang seines Chefstrategen Stephen Bannon. Jetzt schlägt sich US-Präsident Donald Trump in einem neuen Tweet auf die Seite marschierender Hass-Gegner. Gabriele Chwallek

Nach anhaltender Kritik an seinen milden Äußerungen über die rechtsextremen Auswüchse von Charlottesville will US-Präsident Donald Trump mit einer Großkundgebung wieder in die Offensive gehen. Am Dienstagabend (Ortszeit) wird Trump vor Tausenden Anhängern in Phoenix (Arizona) sprechen - trotz der Bitte des demokratischen Bürgermeisters der Stadt, Greg Stanton, der Nation so kurz nach Charlottesville erst einmal Zeit zur Verarbeitung und "Heilung" zu geben. Auch besteht die Sorge, dass es zu Zusammenstößen zwischen Trump-Anhängern und Gegendemonstranten kommen könnte.

Am Samstag - eine Woche nach der Gewalteskalation in Charlottesville - hatten in der US-Ostküstenmetropole Boston Zehntausende Menschen friedlich gegen Rassismus und Hass demonstriert. Diesmal war Trump sichtlich bemüht, einen neuen Ton zu setzen. "Ich möchte den vielen Protestierenden in Boston applaudieren, die ihre Stimme gegen Bigotterie und Hass erheben", schrieb er auf Twitter. "Unser Land wird bald als ein geeintes zusammenkommen!"

In Charlottesville war es bei einer Demonstration von weißen Nationalisten und Neonazis zu Zusammenstößen mit Gegendemonstranten gekommen. Ein mutmaßlicher Rechtsextremist steuerte sein Auto in eine Gruppe von Anti-Rassismus-Demonstranten und tötete eine Frau. Trump machte danach beide Seiten gleichermaßen für die Gewalt verantwortlich und löste damit auch teils massive Kritik in den eigenen republikanischen Reihen aus.

"Unser großartiges Land ist seit Jahrzehnten geteilt", twitterte Trump nun am Samstag. "Manchmal muss man protestieren, um zu heilen, und wir werden heilen und stärker sein als je zuvor!"

Trump schloss am Sonntag einen zweiwöchigen Arbeitsurlaub in seinem Golfclub in Bedminster (New Jersey) ab. Er ging ohne seinen populistischen Chefstrategen Stephen Bannon in den achten Monat seiner Amtszeit: Dieser hatte am Freitag seinen Platz im Weißen Haus geräumt. Bannon will aber dem Präsidenten weiter dienen - und glaubt, dass er das außerhalb der Regierungszentrale sogar noch schlagkräftiger kann: mithilfe seiner Nachrichtenseite Breitbart. Er kehrte unmittelbar dorthin in leitender Funktion zurück und kündigte an, er werde "weiterhin für Trump in den Krieg ziehen".

Ein Hintergrund von RUNDSCHAU-USA-Korrespondent Frank Herrmann zu Stephen Bannon