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| 07:27 Uhr

Trump hat keine Strategie für Syrien

Es gibt wahrhaftig gute Gründe, militärisch gegen Syriens Diktator Baschar al Assad vorzugehen, der vor keiner Gräueltat zurückschreckt, um sich an der Macht zu halten. Wenn nicht einmal der wiederholte Einsatz geächteter Chemiewaffen gegen Zivilisten einen Vergeltungsschlag rechtfertigt, was dann? Doch wenn ein solcher Angriff Assad wirklich davon abschrecken sollte, weiterhin Menschen wie Ungeziefer zu vergasen, dann dürfte er sich nicht auf die symbolische Zerstörung zuvor geräumter Kasernen oder leerer Flugzeughangars beschränken - er müsste gezielt die militärischen Nervenzentren des Regimes angreifen. Es wäre ein echtes Eingreifen in den syrischen Krieg. Matthias Beermann

Es gibt wahrhaftig gute Gründe, militärisch gegen Syriens Diktator Baschar al Assad vorzugehen, der vor keiner Gräueltat zurückschreckt, um sich an der Macht zu halten. Wenn nicht einmal der wiederholte Einsatz geächteter Chemiewaffen gegen Zivilisten einen Vergeltungsschlag rechtfertigt, was dann? Doch wenn ein solcher Angriff Assad wirklich davon abschrecken sollte, weiterhin Menschen wie Ungeziefer zu vergasen, dann dürfte er sich nicht auf die symbolische Zerstörung zuvor geräumter Kasernen oder leerer Flugzeughangars beschränken - er müsste gezielt die militärischen Nervenzentren des Regimes angreifen. Es wäre ein echtes Eingreifen in den syrischen Krieg.

Man darf bezweifeln, ob US-Präsident Donald Trump zu solcher Entschlossenheit wirklich fähig ist. Hinter seiner Angriffsankündigung - verbreitet per Twitter im Tonfall eines Halbstarken - steckt alles Mögliche, nur keine Strategie für Syrien. Trump, das hat er immer wieder zu erkennen gegeben, hat das amerikanische Engagement in Nahost gründlich satt. Und weil Assad sowie seine russischen und iranischen Verbündeten das ganz genau wissen, werden sie wohl einfach warten, bis der Pulverdampf sich verzogen hat. Und dann munter weitermorden.