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| 15:02 Uhr

Dokument bei Gipfel in Singapur unterzeichnet
Trump und Kim wollen vollständige Denuklearisierung Nordkoreas

Knapp fünf Stunden dauert der historische Gipfel - und endet mit einer Vereinbarung: Donald Trump und Kim Jong Un haben ein Dokument unterzeichnet, in dem sich der nordkoreanische Machthaber zu einer „vollständigen Denuklearisierung" verpflichtet. Die getroffenen Vereinbarungen bleiben insgesamt allerdings vage.

Laut dem Gipfeldokument bekräftigte Kim seine "entschlossene und unerschütterliche Verpflichtung" zur "kompletten Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel". Was aber darunter genau zu verstehen sein soll, blieb offen.

Die US-Regierung hatte im Vorfeld des Treffens zur Definition ihrer Ziele die Formulierung "komplette, überprüfbare und unumkehrbare Denuklearisierung" verwendet - was konkret unter anderem die Zulassung internationaler Inspektionen bedeutete. Das Gipfeldokument blieb also hinter dieser ursprünglichen US-Formel zurück.

Der US-Präsident sagt im Abschlussdokument "Sicherheitsgarantien" für Nordkorea zu. (Das komplette Dokument lesen Sie hier)

Nordkorea wird nach den Worten von US-Präsident Donald Trump „sehr rasch“ den Prozess der Denuklearisierung beginnen. Trump und der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un unterzeichneten am Dienstag in Singapur nach ihrem Gipfeltreffen ein gemeinsames Dokument, das Trump als „sehr wichtig“ und „ziemlich umfassend“ beschrieb.

Er und Kim Jong Un hätten während ihres eintägigen Treffens „eine ganz besondere Verbindung“ entwickelt, sagte Trump. „Beide Seiten werden vom Ergebnis beeindruckt sein.“ Er erklärte, er werde sich in der Zukunft wohl noch häufig mit Kim treffen.

Kim Jong Un kündigte an, die Welt werde eine große Veränderung erleben. Er und Trump hätten beschlossen, mit der Unterzeichnung des Dokuments die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Der US-Präsident sagte zudem, er würde Kim ins Weiße Haus einladen, den er als „sehr talentierten Mann“ beschrieb, der sein Land liebe.

Die Zusammenkunft ist historisch, noch nie haben sich ein amtierender US-Präsident und ein Staatschef Nordkoreas getroffen. Ein gemeinsames Mittagessen sollte der letzte offizielle Punkt auf der Agenda sein, ehe beide die Heimreise antreten sollten.

Es wird erwartet, dass sich der US-Präsident vor der Abreise nach Washington vor Reportern äußert. Unter anderem war zu sehen, wie Trump Kim Jong Un einen Blick in die Präsidenten-Limousine gewährte. Das hochgesicherte Auto wird auch „The Beast“ genannt.

Mit ihrer persönlichen Begegnung im Luxushotel "Capella" auf der Insel Sentosa wollen beide Politiker nach ihrem anfangs angespannten und teils offen feindlichen Verhältnis einen Neuanfang wagen.

Es geht um den Abbau der Atomrüstung in Nordkorea, eine Friedenslösung für die koreanische Halbinsel sowie Wirtschaftshilfe für das weithin isolierte kommunistische Land. Süd- und Nordkorea befinden sich formal noch im Kriegszustand: Der Koreakrieg von 1950 bis 1953 endete mit einem Waffenstillstandsabkommen, nicht mit einem Friedensvertrag.

Auch Kim zeigte sich erfreut über den Gipfel. Sie seien hier, nachdem sie alle Hindernisse überwunden hätten, sagte er, und verwies auf falsche Vorurteile und Praktiken, „die manchmal unsere Augen und Ohren verschlossen haben“. Viele Menschen weltweit würden das Treffen wohl für eine Szene aus einer Fantasie halten, „aus einem Science-Fiction-Film“, sagte Kim.

(juju/das/csr/AFP/dpa/AP/rtr)