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| 18:16 Uhr

Tarifeinigung
Mehr Gehalt – größere Etatlöcher

Verdi-Chef Frank Bsirske kann mit dem über 30 Monate laufenden Tarifabschluss für 2,3 Millionen Beschäftigte bei Kommunen und beim Bund zufrieden sein.
Verdi-Chef Frank Bsirske kann mit dem über 30 Monate laufenden Tarifabschluss für 2,3 Millionen Beschäftigte bei Kommunen und beim Bund zufrieden sein. FOTO: Ralf Hirschberger / dpa
Cottbus. Lausitzer Kommunen müssen nach Tarifabschluss fürs Personal Gelder umverteilen. Von Christian Taubert

Mit dem Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst fehlen für Personalkosten im Haushalt der Stadt Cottbus allein für dieses Jahr noch 1,8 Millionen Euro. Wie Stadtsprecher Jan Gloßmann gegenüber RUNDSCHAU erklärt, sei nur ein Teil des Betrages nicht im Etat dargestellt. Es werde zu Umverteilungen kommen müssen.

Von einer Anpassung spricht auch Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos). „Wenngleich zu erwartende Tarifabschlüsse in der mittelfristigen Haushaltsplanung eingestellt werden, liegt die jetzige Erhöhung darüber“, erklärt die Rathauschefin und verweist auf Quellen wie Steuern, Abgaben und Schlüsselzuweisungen, woraus die Löcher gestopft werden könnten.

Cottbus und Spremberg sind aber auch mit dem ehrenamtlichen Bürgermeister von Weißkeißel Andreas Lysk (parteilos) einer Auffassung, dass Jobs für Fachkräfte in Verwaltungen – in Konkurrenz zur Wirtschaft – attraktiv sein müssen. Weißkeißel, das mit Weißwasser eine Verwaltungsgemeinschaft bildet, habe das auf der Suche nach Kita-Personal schon zu spüren bekommen. Christine Herntier betont, guter Dienstleister könne man nur mit fachlich gutem Personal sein. Und der Cottbuser Stadtsprecher erinnert an das attraktive Jobticket für Mitarbeiter und Azubis der Stadtverwaltung, die kostenlos Bus und Straßenbahn fahren können.

Der neue Tarifabschluss kostet die Kommunen 7,5 Milliarden Euro. Unterm Strich gibt es 7,5 Prozent mehr Geld (rückwirkend ab 1. März) bei einer langen Laufzeit von 30 Monaten. Zudem hat Verdi für die unteren Einkommensbereiche eine Einmalzahlung von 250 Euro durchgesetzt.