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| 21:21 Uhr

Einen Monat nach dem Schulmassaker
Tag der Proteste gegen Waffengewalt in den USA

Exklusiv | Los Angeles. In den USA protestieren landesweit Kinder und Jugendliche gegen die laxen Waffengesetze. Zeitgleich kommt es zu einem weiteren Vorfall mit einer Schusswaffe an einer Schule in Kalifornien: Ein bewaffneter Lehrer feuert aus Versehen einen Schuss ab.

In den USA protestieren landesweit Kinder und Jugendliche gegen die laxen Waffengesetze. Zeitgleich kommt es zu einem weiteren Vorfall mit einer Schusswaffe an einer Schule in Kalifornien: Ein bewaffneter Lehrer feuert aus Versehen einen Schuss ab.

Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, ereignete sich der Vorfall in Kalifornien an einer Oberschule in Seaside nahe Monterey. Die von dem Lehrer versehentlich abgefeuerte Kugel schlug ausgerechnet während eines Kurses zum sicheren Umgang mit Schusswaffen in der Decke ein. Nach Angaben einer Polizeisprecherin wurde ein Schüler durch herabstürzenden Schutt verletzt, örtliche Medien berichteten von drei Leichtverletzten.

In der durch das Schulmassaker in Parkland angefachten Debatte um die Schulsicherheit und Waffengesetze plädiert US-Präsident Donald Trump dafür, einen Teil der Lehrerschaft mit Schusswaffen auszurüsten. Trump will zudem das Waffentraining für Lehrer fördern.

Der Lehrer an der Seaside High School hatte den Polizeiangaben zufolge den Lauf seiner halbautomatischen Pistole nach oben gerichtet, als der Schuss losging. Der Lehrer ist auch Reservepolizist. An der Schule sei nach dem Vorfall keine Panik ausgebrochen, versicherte die Polizeisprecherin. Der Unterricht sei weitergegangen, der Lehrer vorläufig beurlaubt worden.

Emotionaler Protest gegen Waffengewalt

Landesweit demonstrierten Schüler in den USA mit Schweigeminuten und auf Versammlungen gegen die laxen Waffenrechte und grassierende Schusswaffengewalt. Die aktuelle Kampagne war durch Überlebende des Parkland-Massakers in Florida vor genau einem Monat angestoßen worden. Ein ehemaliger Mitschüler hatte am Valentinstag mit einem Schnellfeuergewehr 17 Menschen getötet und 17 weitere verletzt.

In zahlreichen Schulen im ganzen Land stand am Mittwoch ab 10.00 Uhr (Ortszeit) der Unterricht 17 Minuten lang still. Jede Minute war einem der Opfer gewidmet. Schüler und Lehrer verließen die Klassenräume und versammelten sich im Freien.

In mehreren Städten gab es zudem größere Protestaktionen, darunter New York. Vor dem Weißen Haus in Washington versammelten sich Tausende Kinder und Jugendliche. Auf dem Platz, auf dem sich sonst Touristen und Schaulustige tummeln, protestierten sie 17 Minuten lang im Sitzen. Der Regierungszentrale wandten sie dabei demonstrativ den Rücken zu.

Mit vielen Plakaten und Sprechchören wandten sich die Demonstranten direkt an die mächtige Waffenlobby NRA. Sie skandierten etwa: "Die NRA muss gehen!". Im Anschluss an die Gedenkaktion vor dem Weißen Haus zogen die Jugendlichen vor den Kongress, um dort zu protestieren.

"Marsch für unser Leben" geplant

An der Schule in Parkland versammelten sich Schüler während der Gedenkaktion auf einem Sportplatz. Auch an der Columbine High School im Bundesstaat Colorado, wo 1999 zwei Täter 13 Menschen getötet hatten, verließen Schüler den Unterricht, um für eine Verschärfung der Waffengesetze zu demonstrieren.

Auch nach diesem Mittwoch soll der Protest weitergehen: Die betroffenen Schüler aus Florida planen für den 24. März einen "Marsch für unser Leben" in Washington. Dazu werden Hunderttausende Teilnehmer erwartet. Auch für den 20. April, den Jahrestag des Amoklaufs an der Columbine High School, sind Proteste geplant.

(oko)