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| 14:34 Uhr

Syrien-Krieg
Russland nennt Chemiewaffeneinsatz eine "Erfindung"

Sergej Lawrow, Außenminister von Russland.
Sergej Lawrow, Außenminister von Russland.
Moskau. Der russische Außenminister Lawrow bezeichnet den mutmaßlichen Chemiewaffenangriff in Syrien als Erfindung eines anderen Staates, um Stimmung gegen sein Land zu machen. Seine Regierung habe dafür "unwiderlegbare Informationen".

Der Chemieeinsatz in Duma am vergangenen Wochenende sei mithilfe ausländischer Geheimdienste vorgetäuscht worden, sagte Sergej Lawrow am Freitag zu Journalisten. Russische Experten hätten den Ort untersucht und keine Spuren chemischer Waffen gefunden. "Wir haben unwiderlegbare Informationen, dass dies eine neuerliche Inszenierung von Geheimdiensten eines Staates war, der sich darum reißt, in der ersten Reihe der russophoben Kampagne zu stehen", sagte Lawrow nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur. Die Nachrichtenagentur AP zitierte den russischen Außenminister mit ähnlichen Aussagen. Um welche Informationen es sich handelt, von denen Lawrow sprach, wurde nicht bekannt. Russland wirft vor allem den USA immer wieder vor, eine antirussische Stimmung zu schüren.

Der vermutete Giftgaseinsatz hat die USA und Verbündete veranlasst, einen Militärschlag gegen Syrien in Erwägung zu ziehen. Russland warnt die westlichen Staaten davor. Lawrow rief die USA angesichts ihrer Drohung mit einem Militäreinsatz auf, keine Ultimaten zu stellen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat einer deutschen Beteiligung an einem Militärschlag in Syrien eine klare Absage erteilt.

Bundesregierung spricht von "schweren Indizien"

Syrien bestreitet, Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Am Donnerstag hatte auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron den syrischen Machthaber Assad für den mutmaßlichen Giftgasangriff auf Duma verantwortlich gemacht. "Wir haben den Beweis, dass (...) Chemiewaffen verwendet wurden, zumindest Chlor, und dass sie vom Regime von Baschar al-Assad verwendet wurden", sagte Macron am Donnerstag in einem Interview des Senders TF1.

Es gebe "schwere Indizien", die auf einen Chemiewaffen-Einsatz der syrischen Regierung hindeuten, sagte der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, am Freitag. Er reagierte damit auf die Frage, ob die Bundesregierung die vom französischen Präsidenten Macron angeführten Beweise für den C-Waffen-Einsatz kenne.

Macron und Putin sprechen über Syrien-Krise

Angesichts der schweren Syrien-Krise will sich Frankreichs Präsident noch enger mit Moskau abstimmen. Ziel sei es, wieder "Frieden und Stabilität" in Syrien zu schaffen, teilte der Élyséepalast am Freitag nach einem Telefongespräch zwischen Macron und Russlands Präsidenten Wladimir Putin mit.

Macron habe gegenüber dem Kremlchef das russische Veto im UN-Sicherheitsrat nach dem jüngsten Chemiewaffenangriff in Duma bedauert, berichtete der Élyséepalast weiter. Dieses habe eine geeinte und entschlossene Antwort auf diesen Angriff verhindert. Moskau ist ein enger Verbündeter von Syriens Präsident Baschar al-Assad.

(wer)