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| 16:22 Uhr

Streit um Strafzölle
Trumps Berater fordert Zugeständnisse der EU

Washington. Kanzlerin Merkel ist auf dem Weg nach Washington, um mit US-Präsident Trump über die drohenden Strafzölle auf Stahl und Aluminium zu sprechen. Offenbar sind die USA dazu bereit, die Ausnahmen für die EU zu verlängern - gegen Zugeständnisse.

Kanzlerin Merkel ist auf dem Weg nach Washington, um mit US-Präsident Trump über die drohenden Strafzölle auf Stahl und Aluminium zu sprechen. Offenbar sind die USA dazu bereit, die Ausnahmen für die EU zu verlängern - gegen Zugeständnisse.

Im drohenden Handelsstreit mit Europa fordern die USA ein Entgegenkommen beim Thema Autos. Die US-Regierung würde hier gerne Zugeständnisse sehen, sagte der Wirtschaftsberater von Präsident Donald Trump, Larry Kudlow, am Donnerstag dem Sender CNBC. Am Freitag trifft sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Trump in Washington. Auf der Agenda stehen unter anderem die von Trump verhängten Sonder-Importzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte.

Die EU ist von diesen derzeit ausgenommen, aber nach Einschätzung deutscher Regierungskreise werden die Ausnahmen wohl nicht über April hinaus verlängert. Damit sie weiterhin gelten könne, sei es "sehr wichtig, dass einige unserer Freunde hinsichtlich der Handelspraktiken, Zölle und Steuern einige Zugeständnisse machen", sagte Kudlow. Als Beispiel nannte er die "gleiche Behandlung von Automobilen". Die US-Regierung beklagt, dass die Zölle auf US-Autoimporte in der EU deutlich höher seien als umgekehrt.

Merkel will Handelskrieg vermeiden

Angela Merkel (CDU) ist am Donnerstag zu ihrem zweiten Besuch bei Donald Trump abgeflogen. Das Arbeitstreffen mit dem US-Präsidenten ist auf zweieinhalb Stunden angesetzt und für Freitagabend deutscher Zeit geplant. Dabei dürften Merkel und Trump nicht nur über die angedrohten Strafzölle auf Stahl, Aluminium und deutsche Autos sprechen, sondern auch über Syrien und Iran. Insgesamt soll die Visite der Kanzlerin in den USA nicht einmal 22 Stunden dauern.

Auf besonderes Interesse wird nach dem von viel Pomp begleiteten dreitägigen Besuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron bei Trump der persönliche Umgang zwischen dem US-Präsidenten und der Kanzlerin stoßen. Beim ersten Besuch Merkels bei Trump vor gut einem Jahr hatte der US-Präsident teils abweisend gewirkt. Seither hat sich das persönliche Verhältnis eher noch verschlechtert.

Offen ist, ob die Kanzlerin bei ihren zentralen Anliegen zumindest kleine Fortschritte erreichen kann. Sie will einen Handelskrieg vermeiden, der der deutschen Industrie schaden dürfte. Außerdem wollen Merkel und die Europäer einen Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit Teheran verhindern, weil sie eine neue nukleare Rüstungsspirale in der Region befürchten.

(wer)