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| 19:45 Uhr

Hintergrund
Stiftung Warentest: Schlechte Noten für Rentenversicherung

  Eine Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung. Laut  Test der Stiftung Warentest fallen die Leistungen der dort tätigen Berater ernüchternd aus.
Eine Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung. Laut  Test der Stiftung Warentest fallen die Leistungen der dort tätigen Berater ernüchternd aus. FOTO: dpa / Julian Stratenschulte
Berlin. Die Stiftung Warentest hat Beratungsgespräche der Rentenversicherung zum Thema Altersvorsorge unter die Lupe genommen. Das Ergebnis der Untersuchung: Da ist noch Luft nach oben.

Die Beratung der Deutschen Rentenversicherung zur Altersvorsorge zeigt laut Stiftung Warentest deutliche Schwächen. „Das Ergebnis hat nicht überzeugt, mehr als ein Ausreichend konnten wir nicht vergeben“, sagte Vorstand Hubertus Primus am Dienstag in Berlin. „Das muss im Interesse der 55 Millionen gesetzlich Rentenversicherten besser werden.“ Die Rentenversicherung will nun ihr Beratungsangebot prüfen und gegebenenfalls verbessern.

80 Tester der Stiftung Warentest hatten Auskunfts- und Beratungsstellen der Rentenversicherung aufgesucht, um sich zu ihrer Altersvorsorge beraten zu lassen – Versicherte haben einen Anspruch darauf, sich von der gesetzlichen Rentenversicherung kostenlos zu allen Renten beraten zu lassen. Dazu gehören neben den gesetzlichen auch Riester- und Rürup-, betriebliche sowie private Rentenanwartschaften.

Versicherte sollen so die Möglichkeit bekommen, ihre Renteneinkommen nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben einzuschätzen und Auskünfte erhalten, wie sie darüber hinaus Rentenlücken schließen können.

Es waren vor allem die Informationen zum eigenen gesetzlichen Rentenanspruch, die im Test „noch akzeptabel“ waren, wie Stiftung Warentest mitteilte. Viel zu selten ermittelten die Berater demnach aber das Gesamtrenteneinkommen aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge und gaben Rat zum Ausbau der Rentenansprüche. Den Teilbereich „Lösen des Beratungsanliegens“ bewerteten die Tester deshalb mit mangelhaft.

In 80 Beratungen bezogen nur 15 Berater alle Renten – gesetzlich, betrieblich, privat – mit in die Analyse ein, benutzten nur 15 Berater für die systematische Erfassung der Rentenansprüche den hauseigenen Analysebogen, sprachen nur 14 Berater überhaupt das Thema Rentenlücke an.

Alternativen zur Beratung durch die Rentenversicherung gibt es allerdings kaum. Die Stiftung Warentest rät, sich vor dem Beratungstermin selbst ein Bild über die eigene Vorsorge zu machen.

Die Deutsche Rentenversicherung kündigte an, die Untersuchung genau zu analysieren: Die Ergebnisse gäben „wichtige Anhaltspunkte“ für die Beratungsgespräche. Die Rentenversicherung wies darauf hin, dass sie im vergangenen Jahr 28 000 Kunden zu allen ihren Beratungsangeboten befragt habe; diese Befragung habe ein „gutes Ergebnis“ erbracht.

(AFP/uf)