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| 18:38 Uhr

Splitter zur Merkel-Wahl
Bilder, Blumen und Mikrofone

Berlin. Hubertus Heil, der neue Arbeitsminister, zeigte in der Sondersitzung der SPD-Fraktion am frühen Mittwochmorgen ein altes Foto auf seinem Handy herum. Er und andere „junge Abgeordnete“ 1998 beim damaligen Kanzler Gerhard Schröder. Olaf Scholz, damals noch mit voller Haarpracht, erntete so manche Sprüche, denn davon ist heute nichts mehr zu sehen. Auch Heil hat sich verändert. „Ich seh‘ da aus wie der Schülerpraktikant“. Jetzt regiert er. Von Stefan Vetter

Hubertus Heil, der neue Arbeitsminister, zeigte in der Sondersitzung der SPD-Fraktion am frühen Mittwochmorgen ein altes Foto auf seinem Handy herum. Er und andere „junge Abgeordnete“ 1998 beim damaligen Kanzler Gerhard Schröder. Olaf Scholz, damals noch mit voller Haarpracht, erntete so manche Sprüche, denn davon ist heute nichts mehr zu sehen. Auch Heil hat sich verändert. „Ich seh‘ da aus wie der Schülerpraktikant“. Jetzt regiert er.

Nach ihrer Wahl zur neuen Kanzlerin wurde Angela Merkel mit Blumensträußen geradezu überhäuft. Als Erster gratulierte Unionsfraktionschef Volker Kauder mit einem schicken Strauß. Kurz darauf folgte seine SPD-Amtskollegin Andrea Nahles, deren Bukett sozialdemokratisch korrekt in Rot gehalten war. Und die CSU? Die ließ Blumen in den bayerischen Landesfarben sprechen. Landesgruppenchef Alexander Dobrindt überreichte Merkel stolz ein weiß-blaues Gebinde.

Die alten und neuen Minister legten ihren Amtseid im Bundestag am „Vereidigungsmikrofon“ ab. Als Parlamentspräsident Wolfgang Schäuble dieses Wort aussprach, erntete er viele Lacher. „Das heißt aber so“, rechtfertigte sich der Sitzungschef. Ob das „Vereidigungsmikrofon“ jetzt für vier Jahre weggepackt wird und erst bei der Vereidigung der nächsten Regierung wieder zum Einsatz kommt, ist nicht überliefert.

Es gab auch ein paar unerfreuliche Zwischenfälle. Als Angela Merkel den Reichstag verließ, wollte ein einzelner Demonstrant auf sie zustürmen. Er wurde sofort niedergerungen. Dann hielt jemand nach der Vereidigung auf der Tribüne ein Transparent hoch, was die Saaldiener sofort unterbanden. Ein Ordnungsgeld von 1000 Euro fing sich der AfD-Abgeordnete Petr Bystron ein, der sein „Nein“ auf dem Stimmzettel in der Wahlkabine fotografiert und mit dem Zusatz „Nicht meine Kanzlerin“ getwittert hatte. Ein absichtlicher Verstoß gegen den Grundsatz der geheimen Wahl.