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| 13:35 Uhr

Parteitag
Nahles räumt Fehler der SPD im Wahlkampf ein

Meinung | Berlin. SPD-Fraktionschefin Nahles hat Fehler im Bundestagswahlkampf eingeräumt, die zum Absturz auf 20,5 Prozent der Stimmen geführt haben. Sie will sich am Sonntag zur neuen Parteivorsitzenden wählen lassen.

Andrea Nahles will sich am Sonntag zur neuen Vorsitzenden der SPD wählen lassen. Nun sprach sie über Fehler beim Wahlkampf, die sie künftig nicht mehr machen will.

"Wir haben im Wahlkampf gesagt, was unser Ziel ist, aber wir haben nicht gesagt, wie wir es erreichen wollen", sagte Andrea Nahles am Sonntag in ihrer Bewerbungsrede um den Parteivorsitz auf dem Sonderparteitag in Wiesbaden. "Das Ziel zu benennen, aber den Weg im Vagen zu lassen, führt zwangsläufig dazu, dass uns die Menschen nicht vertrauen können und nicht folgen."

Auf dem SPD-Sonderparteitag in Wiesbaden will die SPD erstmals in ihrer 155-jährigen Parteigeschichte eine Frau zur Vorsitzenden wählen. Nahles tritt dafür an. Als Gegenkandidatin bewirbt sich die Flensburger Oberbürgermeisterin, Simone Lange - ihr werden aber kaum Chancen eingeräumt.

Lange will sich bei hartz-IV-Empfänger entschuldigen

Nahles stellte sich mit sehr persönlichen Worten den rund 600 Delegierten vor. "Vor 30 Jahren bin ich in die SPD eingetreten. Die erste in unserer Familie. Katholisch. Arbeiterkind. Mädchen. Land. Muss ich noch mehr sagen. (.) Meine Mutter ist heute hier. Hallo Mama. Auch Du hast damals sicher nicht gedacht, dass ich hier heute stehen würde. Dass ich das heute tun darf, verdanke ich meinen Eltern."

Mit Spannung wird vor allem erwartet, wie Nahles bei den Delegierten abschneidet. Sie ist bisher durch ihre mitunter polarisierende, den Konflikt nicht scheuende Art ohnehin kein Parteiliebling - auch bei den Bürgern. 2007 erzielte sie mit 74,8 Prozent bei der Wahl zur Vizevorsitzenden ihr bislang bestes Ergebnis.

Simone Lange bezeichnete sich in ihrer Bewerbungsrede als "die Richtige für eine echte Erneuerung" der Partei. Es werde bei der Wahl zwischen ihr und Nahles über die künftige Ausrichtung der SPD entschieden. Es gehe darum, ob es einen "neuen Aufbruch oder ein Weiterso" gebe.

In ihrer Rede ging Lange auch auf die Debatte um Hartz IV ein und kritisierte die Agenda-Politik von Ex-Kanzler Gerhard Schröder. Hartz IV sei für Millionen Menschen Alltag, sagte die Oberbürgermeisterin von Flensburg. Die SPD habe in Kauf genommen, dass heute Menschen arm seien, obwohl sie Arbeit hätten. "Und dafür möchte ich mich bei den Menschen, die es betrifft, entschuldigen."

(wer)