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SPD-Chef Schulz fordert Abzug von US-Atomwaffen

Trier/Berlin. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat scharfe Kritik am politischen Kurs von US-Präsident Donald Trump geübt und den Abzug von in Deutschland gelagerten US-Atomwaffen gefordert. Eine sozialdemokratisch geführte Bundesregierung werde sich für eine solchen Rückführung starkmachen, sagte Schulz bei einer Wahlkampfkundgebung in Trier. dpa/bob

"Ich werde mich als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland dafür einsetzen, dass in Deutschland gelagerte Atomwaffen - und wenn sie in Rheinland-Pfalz gelagert sind, dann die in Rheinland Pfalz gelagerten Atomwaffen - abgezogen werden", sagte Schulz. Auf dem Bundeswehr-Fliegerhorst in Büchel in der Eifel lagern vermutlich bis zu 20 US-Atomwaffen, die dort von amerikanischen und deutschen Soldaten bewacht werden.

Kein gutes Haar ließ der SPD-Kanzlerkandidat an der Amtsführung Trumps, den er einer Politik "der Niedertracht" bezichtigte. Es gebe "Konjunkturritter der Angst, die aus jeder Verängstigung ihr Kapital schlagen", sagte Schulz: "Typen wie Donald Trump, Vertreter einer Politik, denen jede Niedertracht recht ist."

Die "Herabwürdigung ganzer Bevölkerungsgruppen und die gezielte Erniedrigung einzelner Personen" sei Absicht, führte Schulz aus. Dies führe zu einer "Verrohung der Sitten in der Politik, wie wir sie noch nie hatten".

Trump hat bei einer Großkundgebung in Arizona seine Position zu Rassisten und Neonazis in den USA verteidigt. Nach den gewalttätigen Zusammenstößen bei einer Rassistendemo in Charlottesville habe er sofort und eindeutig ablehnend reagiert, sagte Trump in der Nacht zu Mittwoch in Phoenix. "Die Einzigen, die Hassgruppen eine Plattform bieten, sind die Medien und die Fake News Medien", sagte Trump.

Der frühere US-Geheimdienstdirektor James Clapper hat den Auftritt Trumps in Arizona als "beängstigend und verstörend" bezeichnet. Er zweifele an Trumps Fähigkeit zur Amtsausübung und frage sich langsam, was den Präsidenten antreibe, sagte Clapper dem Sender CNN.