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| 07:53 Uhr

Terrorismus
„Schwerer Terroranschlag in Deutschland verhindert“

Haftprüfung in Karlsruhe – schwer bewaffnete und maskierte Polizisten warten auf dem BGH-Gelände auf den Tatverdächtigen.
Haftprüfung in Karlsruhe – schwer bewaffnete und maskierte Polizisten warten auf dem BGH-Gelände auf den Tatverdächtigen. FOTO: Uli Deck / dpa
Karlsruhe. Tatverdächtiger Syrer aus Schwerin sitzt in Untersuchungshaft. Behörden registrieren Kontakt zum Islamischen Staat.

(dpa/bl) Wegen konkreter Vorbereitungen zu einem islamistischen Anschlag in Deutschland mit möglichst vielen Toten sitzt ein Syrer aus Schwerin in Untersuchungshaft. Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs habe gegen den 19-Jährigen Haftbefehl erlassen, teilte die Bundesanwaltschaft am Mittwoch mit. Spezialkräfte der Polizei hatten den Mann am Dienstag festgenommen.

Nach den Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft hat der junge Mann seit Juli einen islamistisch motivierten Bombenanschlag mit hochexplosivem Sprengstoff geplant und bereits konkret vorbereitet.

Sein Ziel sei es gewesen, möglichst viele Menschen inmitten einer größeren Menschenansammlung zu töten und zu verletzen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte, es sei gelungen, einen „schweren Terroranschlag in Deutschland“ zu verhindern.

Wie Behördensprecherin Frauke Köhler in Karlsruhe am Dienstag weiter sagte, hatte der junge Mann über das Internet auch Kontakt zu einer Person, die sich selbst als „Soldat des Kalifats“, also als Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), bezeichnete.

Der Einfluss der möglichen IS-Kontaktperson sei noch nicht geklärt, so Köhler. „Wir wissen aber nicht, wer diese Person ist, und wir wissen nicht, ob er ihn (den Festgenommenen) in seinen Plänen bestärkt hat“, sagte sie. Es gebe keine belastbaren Anhaltspunkte, dass weitere Personen an der Anschlagsvorbereitung beteiligt waren.

Im Zusammenhang mit der Festnahme am Dienstagmorgen gab es in drei Wohnungen in Schwerin und auch in Räumen in Hamburg Durchsuchungen. Nach Polizeiangaben deuten die sichergestellten Utensilien auf den geplanten Bau eines Sprengsatzes mit großer Wirkung hin. Hinweise auf einen konkreten Anschlagsort gab es dem Vernehmen nach nicht.

Spezialkräfte der Bundespolizei, des Bundeskriminalamtes und der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommerns hatten den Verdächtigen gegen sechs Uhr in einem Plattenbau im Schweriner Stadtteil Neu Zippendorf festgenommen, in dem zahlreiche Flüchtlinge untergebracht sind.

Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) teilte mit, dass der Festgenommene im Herbst 2015 nach Deutschland gekommen sei. Er habe im Februar 2016 in Mecklenburg-Vorpommern einen Asylantrag gestellt. Seit April 2016 habe er eine befristete Aufenthaltserlaubnis besessen und subsidiären Schutz gehabt. Bisher sei er nicht auffällig gewesen.