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| 11:24 Uhr

Schweizer Zeitungen:
Merkel konnte in Bayern nur verlieren

Genf. - Mehrere Zeitungen in der Schweiz beschäftigen sich am Montag mit der Landtagswahl in Bayern und dem Abschneiden der CSU:

„Neue Zürcher Zeitung“: „Dass (Bundeskanzlerin Angela) Merkel nichts mit der Niederlage der CSU zu tun hatte, wird niemand behaupten können. Ohne personelle Konsequenzen kann eine solche Niederlage nicht bleiben. Ministerpräsident Markus Söder gilt zwar als unpopulär, doch Bundesinnenminister Horst Seehofer, der Chef der CSU, stand bei sämtlichen Streitereien, welche die große Koalition in den vergangenen Monaten erschütterten, im Zentrum des Geschehens. Seine Zeit als Minister könnte bald schon zu Ende sein. Dass die Wahl darüber hinaus unmittelbare Auswirkungen auf die deutsche Regierung haben wird, ist eher unwahrscheinlich: Merkel konnte in Bayern ohnehin nur verlieren, denn hätte die CSU besser abgeschnitten als erwartet, wäre auch dies als Niederlage der Kanzlerin gewertet worden.“

„Tages-Anzeiger“: „Vieles hängt (...) jetzt an Vernunft oder Unvernunft der Christsozialen – und ob die Bayern auf ein politisches Ende von Merkel setzen. Horst Seehofer und Edmund Stoiber werden solche Ambitionen schon länger nachgesagt, weil sie glauben, dass auch die CDU mehrheitlich eher auf ein Ende der Kanzlerin hofft als auf eine Fortsetzung mit der Parteichefin. Ob Seehofer künftig noch eine Rolle spielt, ist allerdings mindestens offen. Attacke oder Anpassung – die Frage der Fragen ist für die CSU noch nicht entschieden.“

„Blick“: „Monatelang heizte Parteichef Horst Seehofer von Berlin aus den Wahlkampf an, zoffte sich mit der Bundeskanzlerin. Das schadete seiner Partei. Die Art und Weise, wie der Konflikt geführt wurde, hat die Wähler in der Mitte verstimmt – diejenigen, die der Partei in den vergangenen Jahren zur absoluten Mehrheit verhalfen. Mit dem Ende der Koalition im Bund zu drohen, wirkte auf die gemäßigten Wähler nicht sehr erwachsen.“

(dpa/pb)