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| 09:33 Uhr

Duma
Schüsse auf UN-Team in Syrien

Meinung | Duma. Chemiewaffenexperten können nicht mit der Spurensuche beginnen.

Chemiewaffenexperten können nicht mit der Spurensuche beginnen.

Nach Schüssen auf ein Team der Vereinten Nationen (UN) sind die Ermittlungen zum mutmaßlichen Giftgasanschlag auf das syrische Duma ins Stocken geraten. Die Experten der Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) sitzen seit Tagen in Damaskus fest. OPCW-Direktor Ahmet Üzümcü erklärte: "Zurzeit wissen wir nicht, wann das Expertenteam nach Duma geschickt werden kann." Dies werde er auch erst in Erwägung ziehen, wenn aus Sicht der UN die Sicherheit gewährleistet sei und das Team "ungehinderten Zugang" zum mutmaßlichen Angriffsort bekomme.

Die UN-Sicherheitsmitarbeiter waren am Dienstag in Duma unter Beschuss geraten, wie gestern bekannt wurde. Dabei sei auch ein Sprengsatz detoniert, teilte der OPCW-Chef mit. Das Team hatte in der Stadt zwei Orte besucht, erklärte Üzümcü. Am zweiten Ort sei es zu dem Vorfall gekommen. Die Gruppe sei nach Damaskus zurückgekehrt. Die UN würden nun gemeinsam mit den syrischen und russischen Einheiten die Sicherheitslage prüfen.

Das UN-Team sollte die Lage vor Ort erkunden, bevor die neun Experten der OPCW ihre Untersuchung eines möglichen Giftgasangriffs aufnehmen. Der mutmaßliche Anschlag war bereits am 7. April. Die OPCW soll mithilfe von Interviews, Bluttests und Bodenproben vor Ort nach Belegen für den Angriff suchen. Der Urheber soll dabei allerdings nicht ermittelt werden. Dafür besitzt die OPCW nicht das entsprechende Mandat.

Nach Angaben der syrischen Zivilschutzorganisation Weißhelme wurden bei dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Duma mehr als 40 Menschen getötet. Die syrische Regierung von Präsident Baschar al Assad und sein Verbündeter Russland dementieren das. Das russische Militär entdeckte am Dienstag nach eigenen Angaben in Duma ein Chemiewaffenlager, das von islamistischen Rebellen zurückgelassen worden sei. Die Angaben konnten unabhängig nicht überprüft werden.

Die USA, Frankreich und Großbritannien sahen es bereits vor dem Start der OPCW-Mission als erwiesen an, dass die syrische Regierung von Diktator Assad für die Giftgasattacke in Duma verantwortlich war. Sie flogen in der Nacht zum Samstag als Vergeltung Angriffe auf Ziele in Syrien.

Syriens UN-Botschafter Baschar al Dschafari hatte in der Nacht zu Mittwoch in New York gesagt, Syrien habe alles getan, um die Arbeit der Experten zu ermöglichen. Zuvor hatten am Montag Großbritannien und die USA bei einer Sondersitzung der OPCW in Den Haag Russland und Syrien vorgeworfen, die unabhängige Untersuchung in Duma zu blockieren.

(RP)