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Bei Wahlkampf-Tour
Schüsse auf Konvoi von Brasiliens Ex-Präsident Lula

Exklusiv | São Paulo. Unbekannte haben die Wahlkampf-Fahrzeugkolonne von Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva beschossen. Verletzt wurde niemand. Lula zeigt sich unbeeindruckt.

Bei dem Vorfall wurden mindestens zwei Fahrzeuge von drei Kugeln getroffen, hieß es auf Lulas Twitter-Account. Verletzt wurde dabei niemand. Der Konvoi war zu diesem Zeitpunkt ohne Polizeischutz zwischen Quedas do Iguacu und Laranjeiras do Sul im Süden des Landes unterwegs.

Lula befand sich nach Angaben seines Sprechers José Crispiniano nicht einem der zwei Busse, die getroffen wurden. An Bord seien Journalisten und Gäste gewesen, hieß es.

Lula zeigte sich unbeeindruckt: "Wenn sie glauben, sie können mir Angst machen, liegen sie falsch", twitterte er. Lula bereist den Süden des Landes, um Bewohner für seine erneute Kandidatur bei der geplanten Präsidentschaftswahl im Oktober zu mobilisieren.

Verurteilt wegen Korruption

Doch erst kürzlich hatte ein Berufungsgericht seinen Einspruch gegen seine Verurteilung wegen Korruption abgewiesen. Es wird damit immer wahrscheinlicher, dass Lula ins Gefängnis kommen und von der Wahl ausgeschlossen werden könnte. Trotz seiner Probleme mit der Justiz führt Lula derzeit in den Umfragen.

Lula war zu zwölf Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden, weil ihm eine Baufirma im Gegenzug für öffentliche Aufträge eine Strandwohnung renoviert haben soll. Im Januar wurde seine Verurteilung wegen Korruption in zweiter Instanz bestätigt. Lula hatte beantragt, nicht inhaftiert zu werden, bis er alle Möglichkeiten auf Berufung ausgeschöpft hat. Er streitet jegliches Fehlverhalten ab.

Vermutlich wird Lula bis mindestens Anfang April auf freiem Fuß bleiben, weil eine Haftprüfung beim Obersten Gericht anhängig ist. Lula war bereits von 2002 bis 2010 Präsident Brasiliens.

(oko)