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| 15:05 Uhr

Thesenpapier sächsischer Pflegekräfte zu Spahns Verordnung
Deutliche Kritik: Gesetz geht an der Praxis vorbei

Cottbus. Zu bürokratisch, zu hoher Dokumentationsaufwand, zu wenig praxisorientiert, Aufspaltung einheitlicher Qualitätsstandards und am Ende weniger Zeit für den Patienten: So sehen Pflegekräfte in sächsischen Krankenhäusern die neue Verordnung. Sie haben ihre deutliche Kritik in einem Thesenpapier zusammengefasst. Von Sybille von Danckelman

Dienstplanung muss auf Schwankungen flexibel reagieren können. Bundesweit einheitliche Personalschlüssel differenzieren zwischen Erwachsenen- und Kinderpflege sowie Tag-, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten. Abteilungen mit unterschiedlichen Patientengruppen, etwa Intermediate Care Stationen, berücksichtigen. Aufwand einfach (leicht/mittel/schwer) einstufen

Personalschlüssel in allen somatischen Pflegebereichen einführen. Sonst drohen Benachteiligungen gegenüber Patienten und Pflegenden in anderen Bereichen. Einzelne Bereiche der Krankenhäuser sind datentechnisch nicht abgrenzbar.

Definition von Pflege: Sind Pflegehilfstätigkeiten in den Vorgaben berücksichtigt? Wann gehört das Bereitstellen von Nahrung dazu? Welche Pflegetätigkeiten beinhalten die Delegation und Subsitution ärztlicher Tätigkeiten?

Personalvorgaben müssen aufgabenorientierte Teamzusammensetzung (Hilfskräfte, externe Arbeitskräfte, examinierte Pflege) bei Fest- und Umsetzung von Personalvorgaben berücksichtigen – auch unter dem Aspekt der Personalverfügbarkeit.

Personaleinsatz und die Verwendung zusätzlicher Finanzmittel sind aufwandsarm über das Testat eines Wirtschaftsprüfers zu gestalten.

Alle Dokumentationspflichten auf den Prüfstand.