Bei einem Schusswaffenangriff in einer Schule in der zentralrussischen Stadt Kasan sind mindestens elf Menschen getötet worden. Zwei russische Staatsagenturen berichteten am Dienstag (11.05.2021) übereinstimmend von unter anderem acht getöteten Schulkindern und einem Lehrer. Es war von mindestens einem - möglicherweise zwei - Schützen die Rede. Auch eine Explosion soll zu hören gewesen sein.

Schießerei an Schule: Russische Polizei nimmt einen Jugendlichen fest

Nach dem tödlichen Schusswaffenangriff auf eine Schule im zentralrussischen Kasan ist der zweite Schütze offenbar getötet worden. Der Angreifer, der sich in dem Schulgebäude verschanzt habe, sei vorläufigen Informationen zufolge getötet worden, berichteten am Dienstag die russischen Nachrichtenagenturen Tass und Interfax unter Berufung auf Sicherheitskreise. Zuvor war demnach ein Jugendlicher festgenommen worden, der ebenfalls an dem Angriff beteiligt gewesen sein soll.
Auf Amateurvideos war zu sehen, wie Rauch aus einem mehrstöckigen weißen Gebäude stieg. Es waren Schreie zu hören. Zahlreiche Schüler wurden aus dem Gebäude in einen benachbarten Kindergarten gebracht. Ein lokaler Fernsehsender berichtete, dass Kinder aus den Fenstern des dritten Stocks gesprungen seien. Später wurde die Schule weiträumig abgesperrt. Nach Tass-Informationen wurden 32 weitere Menschen verletzt, darunter Kinder. Polizei und Katastrophenschutzministerium wollten sich zunächst nicht zur Opferbilanz äußern. In Russland hatten die Schulen erst am Dienstag nach mehr als einwöchigen Ferien begonnen.
Nach dem tödlichen Angriff werden 18 Schulkinder in Krankenhäusern behandelt. Sechs von ihnen seien in einem kritischen Zustand, teilten die Behörden am Dienstag der Agentur Interfax zufolge mit. Die ersten Operationen liefen bereits. Ärzte untersuchten demnach auch Kinder mit Verletzungen, Knochenbrüchen und Blutergüssen.

Angriff auf Schule: Sicherheitsvorkehrungen an anderen Schulen in Kasan werden erhöht

Augenzeugen berichteten von einer Explosion in der Schule. „Wir haben eine Explosion im Schulgebäude gehört, wir sehen starken Rauch“, zitierte RIA Nowosti einen Augenzeugen. Eine Lehrerin sagte laut Tass, sie habe erst eine Explosion und dann Schüsse gehört.
Kasan hat 1,2 Millionen Einwohner und ist die Hauptstadt der russischen Republik Tatarstan. Die tatarischen Behörde kündigten an, die Sicherheitsvorkehrungen an den anderen Schulen der Stadt zu verschärfen. Der tatarische Präsident Rustam Minnichankow machte sich Agenturberichten zufolge am Angriffsort ein Bild von der Lage. Dem staatlichen Fernsehen sagte er, bei dem Festgenommenen handele es sich um einen 19-Jährigen, der einen Waffenschein habe.

Schießerei an russischer Schule: Mutmaßliche Täter hat den Angriff im Internet angekündigt

Der mutmaßliche Täter soll Medienberichten zufolge vor etwa vier Jahren seinen Schulabschluss gemacht haben. Kurz vor der Tat soll er das Verbrechen im Nachrichtenkanal Telegram angekündigt haben. Er soll zunächst mit einem Maschinengewehr die Schule durch einen Haupteingang betreten und sofort um sich geschossen haben. Es gab auch Berichte über einen möglichen zweiten Angreifer, die zunächst aber nicht bestätigt wurden.
Nach früheren Angriffen auf Schulen haben viele Bildungseinrichtungen in dem Riesenreich Wachpersonal an Eingängen. Ob das auch bei der Schule Nummer 175 in Kasan der Fall war, war zunächst unklar.
In Russland gab es in der Vergangenheit immer wieder Festnahmen, weil Jugendliche angeblich Angriffe auf Schulen geplant hatten. Die letzte große Tragödie gab es im Oktober 2018, als in der Stadt Kertsch ein 18-Jähriger an einer Berufsschule um sich geschossen und einen Sprengsatz gezündet hatte. Er und 20 weitere Menschen starben.