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| 07:50 Uhr

Russland-Affäre
Rudy Giuliani stößt zu Trumps Anwaltsteam

Der ehemalige Bürgermeister von New York, Rudy Giuliani (Archivfoto).
Der ehemalige Bürgermeister von New York, Rudy Giuliani (Archivfoto). FOTO: dpa, kes nic hjb
Washington. Verstärkung für Donald Trumps Verteidigung in der Russland-Affäre: Rudy Giuliani stößt zum Anwaltsteam des US-Präsidenten. Für Trump ist es ein alter Bekannter.

Verstärkung für Donald Trumps Verteidigung in der Russland-Affäre: Der ehemalige Bürgermeister von New York, Rudy Giuliani, stößt zum Anwaltsteam des US-Präsidenten. Für Trump ist er ein alter Bekannter.

Der ehemalige Bürgermeister von New York, Rudy Giuliani, soll das mit der Russland-Affäre betraute Anwaltsteam von US-Präsident Donald Trump verstärken. "Rudy ist toll", teilte Trump am Donnerstag mit. "Er ist seit langer Zeit mein Freund und will diese Angelegenheit zum Wohle des Landes schnell regeln." Giuliani zeigte sich in einer Erklärung geehrt, "Teil eines solch wichtigen Rechtsteams" zu sein. Er freue sich auf die Zusammenarbeit mit seinen Kollegen und dem Präsidenten.

Einflussnahme durch Russland

Giuliani soll die Lücke füllen, die der führende Anwalt John Dowd im März hinterließ, als er das Rechtsteam im März verließ. Es vertritt den Präsidenten im Rahmen von Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller. Dieser prüft eine mögliche Einflussnahme Russlands auf die US-Wahl 2016 und Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland. Zudem geht Mueller der Frage nach, ob sich der Präsident mit der Entlassung von James Comey als FBI-Direktor im Mai 2017 der Justizbehinderung schuldig gemacht haben könnte.

Aktuell wägen Trumps Anwälte ab, ob sich Trump einer Befragung durch Muellers Team stellen soll. Wiederholt trafen sie sich zuletzt mit den Ermittlern, um den Rahmen möglicher Fragen abzustecken.

Der Präsident steht in der Russland-Affäre unter Druck. Mueller ließ sein Anwaltsteam zwar zuletzt wissen, dass Trump nicht Ziel der Ermittlungen sei und ihm wohl keine unmittelbare Strafverfolgung droht. Doch gilt der Präsident weiter als Gegenstand von Muellers Untersuchungen.

Trumps Anwalt Jay Sekulow sagte der Nachrichtenagentur AP, dass sich Giuliani auf Mueller fokussieren werde - und nicht auf rechtliche Angelegenheiten, die sich aus laufenden Ermittlungen gegen Trumps persönlichen Anwalt Michael Cohen ergeben. Cohens Büro, Haus und Hotelzimmer warfen vergangene Woche vom FBI durchsucht worden.

Verdacht auf Bankbetrug

Die US-Bundespolizei prüft das Geschäftsgebaren des Juristen, es geht unter anderem um den Verdacht auf Bankbetrug. Bei den Razzien wurden aber auch Dokumente zu Zahlungen an den Pornostar Stormy Daniels und das Ex-Playmate Karen McDougal, die beide vor Jahren Affären mit Trump gehabt haben wollen. Das Weiße Haus hat dies zurückgewiesen.

Giuliani erlangte vor Jahren als zupackender New Yorker Bürgermeister nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 Bekanntheit. Er kennt Trump seit Jahrzehnten, sein aggressive, markige Rhetorik erinnert mitunter an jene des Präsidenten. Trump und Giuliani teilen zudem viele politische Ansichten, darunter eine harte Linie in der Einwanderungspolitik. Nicht zuletzt deshalb wurde zunächst gemeinhin erwartet, dass Giuliani nach Trumps Amtsantritt einen Kabinettsposten bekommen würde.

Giuliani arbeitet künftig neben Sekulow auch mit Ty Cobb zusammen, dem Anwalt des Weißen Hauses. Zudem stoßen die früheren Staatsanwälte Jane und Marty Raskin zu Trumps Anwaltsteam in der Russland-Affäre.

(mro)