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SPD-Chef
Rolle von Martin Schulz in einer Groko offenbar noch offen

Welche Aufgabe übernimmt Martin Schulz, sollte es erneut zu einer großen Koalition zwischen Union und SPD kommen? Ob der SPD-Chef als Minister in ein mögliches schwarz-rotes Kabinett einsteigt, ist offenbar noch offen.

Welche Aufgabe übernimmt Martin Schulz, falls sich SPD und Union auf eine neue große Koalition verständigen? Offenbar ist noch offen, ob er als Minister in ein schwarz-rotes Kabinett einsteigt.

Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Natascha Kohnen wollte sich am Montag im Deutschlandfunk nicht dazu äußern, ob Schulz aus Gründen der Glaubwürdigkeit keinen Posten in der neuen Regierung übernehmen sollte. Sie sagte nur: "Na klar wird man darüber reden müssen."

Innerhalb der SPD gilt Schulz aufgrund seines Schlingerkurses als schwer angeschlagen. Er hatte nach der Bundestagswahl, bei der die älteste Partei Deutschlands mit 20,5 Prozent das schlechteste Ergebnis in der Geschichte der Bundesrepublik eingefahren hatte, eine große Koalition ausgeschlossen. Zudem hatte er betont, nicht in eine Regierung von Angela Merkel eintreten zu wollen. Inzwischen wiederholt er diese Position aber nicht mehr.

In einer neuen Umfrage lehnt es die Mehrheit der Befragten ab, dass Schulz ein Ministeramt übernimmt. 54 Prozent der Befragten seien dagegen, 36 Prozent dafür, wie das Forsa-Institut am Montag mitteilte. 61 Prozent der Befragten hätten dagegen befürwortet, dass Sigmar Gabriel Außenminister bleibt. Dieser Auffassung seien auch 70 Prozent der Unions-Anhänger und 71 Prozent der SPD-Anhänger. Nur 10 Prozent hätten sich in der Umfrage im Auftrag von RTL und n-tv gewünscht, dass Martin Schulz Chef des Auswärtigen Amtes wird.

Die drei Parteichefs von CDU, CSU und SPD wollen am Dienstag den fertigen Vertrag für eine weitere große Koalition vorstellen. Das geht aus einer internen Zeitplanung der SPD-Parteiführung hervor, die unserer Redaktion vorliegt.

Mehr Geld für Familien, Rentner, Lehrer, Pflegende - die große Koalition hat viel vor. Doch es wird teuer. Einen Überblick über die bisher gefundenen Kompromisse finden Sie hier.

(gaa)