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| 09:25 Uhr

Riad/Jerusalem
Riad erkennt Israels Existenzrecht an

Riad/Jerusalem. Der saudische Kronprinz pocht zugleich auf Frieden mit den Palästinensern. Susanne Knaul

Saudi-Arabien erwägt erstmals offiziell diplomatische Beziehungen mit Israel. Wie der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman während einer US-Reise erklärte, teile sein Land "viele gemeinsame Interessen mit Israel". Voraussetzung sei allerdings ein Abkommen zwischen den Palästinensern und Israel, sagte der 32-Jährige dem US-Magazin "The Atlantic". Beide Völker hätten das "Recht auf ihr eigenes Land". Um Stabilität in der Region zu erreichen, sei ein Friedensabkommen notwendig. Bislang lehnte Riad diplomatische Beziehungen zu Israel ab.

Die Regierungen in Jerusalem und Riad verfolgen zentral das gemeinsame Ziel, einen Atomstaat Iran zu verhindern. Bin Salman verglich in dem Interview den iranischen Führer Ajatollah Ali Khamenei sogar mit Adolf Hitler. Während Hitler nur Europa erobern wollte, habe es Khamenei "auf die ganze Welt" abgesehen, sagte bin Salman. Israel und Saudi-Arabien fürchten den wachsenden Einfluss Teherans in der Region. Seit drei Jahren führt Saudi-Arabien im Jemen einen blutigen Stellvertreterkrieg gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen.

Das Auswärtige Amt in Berlin begrüßte die Äußerungen des Kronprinzen. "Mit dem, was er sagt, ist der Kronprinz sehr nah an der Position Deutschlands und der EU: Wir brauchen eine Zwei-Staaten-Lösung und ernsthafte Verhandlungen, um diese zu erreichen", hieß es. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Johann Wadephul, lobte die Initiative des Kronprinzen als einen mutigen Schritt. "Es ist zu wünschen, dass Israelis und Palästinenser sie aufgreifen und einen neuen Anlauf für einen Nahost-Friedensprozess unternehmen."