ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 10:09 Uhr

Regierung der Rücktritte

FOTO: Ronny Hendrichs
Vier Minister-Rücktritte in nicht einmal einem Jahr - selten wirkte eine britische Regierung so labil wie das Kabinett von Theresa May. Seit der in den Sand gesetzten Neuwahl im Sommer, bei der die Konservativen ohne Not ihre parlamentarische Mehrheit verspielten, wirkt Mays Truppe komplett desorientiert. Und auch die glücklose Chefin selbst wäre wohl schon längst vom Hof gejagt worden, könnten sich die verfeindeten Brexit-Lager bei den Torys nur auf einen Nachfolger einigen. Matthias Beermann

Vier Minister-Rücktritte in nicht einmal einem Jahr - selten wirkte eine britische Regierung so labil wie das Kabinett von Theresa May. Seit der in den Sand gesetzten Neuwahl im Sommer, bei der die Konservativen ohne Not ihre parlamentarische Mehrheit verspielten, wirkt Mays Truppe komplett desorientiert. Und auch die glücklose Chefin selbst wäre wohl schon längst vom Hof gejagt worden, könnten sich die verfeindeten Brexit-Lager bei den Torys nur auf einen Nachfolger einigen.

May ist eine Premierministerin auf Abruf, und das ausgerechnet in einer Phase, wo für Großbritannien - und die EU - so viel auf dem Spiel steht. Bis zum Jahresende muss eine grundsätzliche Einigung stehen, wie der Austritt erfolgen soll. Doch die bröckelnde Regierung in London bleibt über diese Frage zutiefst gespalten. Deswegen sollte jetzt das Parlament die Initiative übernehmen. Dort zeichnet sich eine parteiübergreifende Mehrheit für ein Modell ab, das die Briten wenigstens in der Zollunion halten würde. Das wäre eine pragmatische Lösung. Bis vor Kurzem hätte man wohl gesagt: eine sehr britische.