ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 08:34 Uhr

Berlin
Rechnungshof kritisiert Bundeswehr

Berlin. Ein Prüfbericht für den Bundestag listet Verschwendung von Steuergeldern auf. G. Mayntz und H. Möhle

Ein Prüfbericht für den Bundestag listet die Verschwendung von Steuern auf.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) drückt bei der Materialausstattung der Truppe zwar aufs Tempo und will nun schnell weitere Hubschrauber, Transportflieger, Raketenwerfer und bewaffnungsfähige Drohnen für einen hohen dreistelligen Millionenbetrag bestellen. Doch die Fachpolitiker sind davon wenig beeindruckt. Zudem geht nach einer neuen Untersuchung des Bundesrechnungshofs auch ihr Ministerium zu verschwenderisch mit den Steuerzahlergeldern um.

So kritisiert Bundesrechnungshof-Präsident Kay Scheller mit Blick auf eklatante Mängel bei der IT-Modernisierung von Fregatten, dass sich die Kosten pro Schiff von sechs auf 30 Millionen verfünffachten. "Bevor die Bundeswehr eine Leistung abnimmt, muss sie sicherstellen, dass sie auch funktioniert", erläutert Scheller in einem unserer Redaktion vorliegenden Prüfbericht an den Bundestag. Hier habe die Truppe die Anforderungen in der Ausschreibung jedoch nur unzureichend beschrieben und auch "kein effektives Qualitätsmanagement" eingerichtet.

Ein weiterer Fall von Verschwendung bezieht sich nach Feststellungen des Bundesrechnungshofs auf Eurofighter-Flugsimulatoren. Im vergangenen Jahr habe die Luftwaffe 900 gebuchte und bereits bezahlte Simulatoren-Flugstunden nicht abgerufen, obwohl Eurofighter für die Ausbildung fehlten. Scheller forderte die Bundeswehr auf, alle Möglichkeiten zu nutzen, ihre Piloten einsatzfähig zu halten.

Die 18 Rüstungsvorhaben von der Leyens im hohen dreistelligen Millionenbereich beziehen sich unter anderem auf 18 neue Raketenwerfer, sieben Rettungshubschrauber, sechs Hercules Transportflugzeuge, 32 Sattelzugmaschinen, Fernmeldetechnik für Fregatten, Gefechtsstände und eine Reihe von Dienstleistungsverträgen. Bis 2021 soll etwa der Einsatz von ukrainischen Antonow-Transportflugzeugen verlängert werden. Die eigentlich bereitstehenden Airbus A 400 M fallen immer wieder aus und müssen kurzfristig ersetzt werden.