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| 09:50 Uhr

Berlin
Quoten-Debatte bei den Liberalen

Berlin. Nur jedes fünfte FDP-Mitglied ist weiblich. Die Liberalen wollen das ändern. Kirsten Bialdiga und Eva Quadbeck

Nur jedes fünfte FDP-Mitglied ist weiblich. Die Liberalen wollen das ändern.

Der Anteil der Frauen in der FDP ist auf ein Tief von nur noch knapp 22 Prozent gesunken. Bei neuen Mitgliedern liegt der Anteil sogar nur noch bei 18,5 Prozent Frauen. Nun hat das FDP-Präsidium eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die bis Ende des Jahres Ideen vorlegen soll, wie die Liberalen für Frauen attraktiver werden können. Neben Parteimitgliedern aller politischen Ebenen sollen auch Experten aus Wirtschaft und Gesellschaft in der Arbeitsgruppe mitwirken.

Die FDP diskutiert die Frauenfrage nicht zum ersten Mal. Die Liberalen, die auch auf anderen Gebieten gegen Regulierung und Quoten sind, konnten sich mit einer parteiinternen Frauenquote bislang nicht anfreunden. Allerdings kommt die Debatte um eine parteiinterne Quote nun auch bei der FDP in Gang. "Beim Thema Quote schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Ich bin grundsätzlich gegen Quoten. Wenn wir aber keine besseren Ideen haben, wie wir den Anteil von Frauen in der FDP erhöhen können, dann wäre eine Quote die letzte Möglichkeit", sagte Präsidiumsmitglied Agnes Strack-Zimmermann unserer Redaktion. Sie betonte aber auch: "Jetzt wollen wir erst einmal ein Konzept machen, wie wir ohne Quote mehr weibliche Mitglieder bekommen. Dafür müssen sich unsere Themen stärker um die Lebenswelten von Frauen drehen." Der NRW-Abgeordnete Bijan Djir-Sarai twitterte allerdings, eine Quote habe in einer liberalen Partei nichts zu suchen.

Der Bundesvorsitzende Christian Lindner gab beim NRW-Landesparteitag in Siegen das Ziel aus, jedes dritte FDP-Mitglied müsse künftig weiblich sein, "und das ist schon ambitioniert". Noch seien auch unter den Neu-Mitgliedern überwiegend Männer, und zwar anders als früher ein ganz bestimmter Typus, den Lindner so beschrieb: "Weniger Gel-Frisur, mehr Kfz-Mechatroniker, kernige Typen, die im Leben vorankommen wollen." Die FDP müsse aber die Vielfalt der Gesellschaft abbilden und brauche daher dringend mehr Frauen.

Erstmals fand auf dem Parteitag daher eigens ein Frauenforum statt, zum Austausch von Informationen und zum Netzwerken. Dutzende Mitglieder hätten diskutiert, wie man es gemeinsam erreiche, dass sich mehr Frauen in FDP und Politik einbrächten, hieß es in der Partei. Die Ergebnisse dieser Premieren-Veranstaltung sollen nun ausgewertet und ein Maßnahmenkatalog entwickelt werden.