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| 18:23 Uhr

USA wollen Truppen dauerhaft stationieren
Polen kann auf „Fort Trump“ hoffen

  Polens Präsident Andrzej Duda (l.) zeigt sich in seiner Heimat gern mit US-Soldaten – hier im Januar 2017 bei einer Übung bei Zagan.
Polens Präsident Andrzej Duda (l.) zeigt sich in seiner Heimat gern mit US-Soldaten – hier im Januar 2017 bei einer Übung bei Zagan. FOTO: picture alliance / Lech Muszynsk / Lech Muszynski
Washington/Warschau. Die USA wollen offenbar ihre Truppenpräsenz in Polen auf rund 6000 Soldaten erhöhen. Gibt Trump heute grünes Licht? Von Dietrich Schröder

Wird Polen zu einem besonderen militärstrategischen Partner der USA in Europa? Schon vor dem Besuch des Staatspräsidenten Andrzej Duda bei Donald Trump in Washington sind aus Warschau solche Töne zu hören. Nicht allein, dass das polnische Staatsoberhaupt schon zum zweiten Mal innerhalb von nur neun Monaten im Weißen Haus empfangen wird. Wie verlautete, werden die Präsidenten eine Erklärung über die ständige Stationierung von US-Truppen in Polen unterzeichnen, das von Duda so bezeichnete „Fort Trump“.

Infolge der russischen Aggression gegen die Ukraine hatte die US-Regierung zwar schon vor zweieinhalb Jahren eine Panzerbrigade mit 3500 Soldaten nach Polen entsandt. Diese wird bisher aber noch alle neun Monate in einem kostspieligen Rotationsverfahren ausgetauscht. Damit nimmt man noch Rücksicht auf die 1997 vereinbarte Nato-Russland-Grundakte, die eine dauerhafte Präsenz von Truppen in den östlichen Mitgliedsstaaten des Bündnisses verbietet.

Doch jetzt wollen die Amerikaner ihre Truppenpräsenz in Polen schrittweise auf 6000 Soldaten erhöhen, berichtet die gewöhnlich gut informierte Zeitung „Rzeczpospolita“ vorab. Zum Vergleich: In Deutschland sind etwa 32 000 amerikanische Soldaten präsent. Polen will seinerseits zwei Milliarden Dollar in die Stützpunkte investieren, die künftig von den US-Streitkräften genutzt werden sollen.

Für Polen ginge damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Denn das Empfinden, einer möglichen russischen Aggression keine ausreichende Abschreckung durch die Nato entgegensetzen zu können, ist nach wie vor groß. Zwar wird bereits mit Nato-Mitteln ein Stützpunkt in der Nähe der westpolnischen Metropole Posen ausgebaut, in dem von 2021 an gepanzerte Fahrzeuge und Munition aus den USA vorgehalten werden sollen. Die dafür vorgesehene Summe von 260 Millionen Euro ist jedoch vergleichsweise gering.

Aktuell führt zudem die sogenannte östliche Speerspitze des Nordatlantischen Bündnisses eine Übung in der polnischen Grenzregion zu Brandenburg und Sachsen durch. Diese Truppe, die in einem Konfliktfall in nur 72 Stunden an jedem Punkt der östlichen Nato-Mitgliedsländer einsatzbereit sein soll, wird in diesem Jahr von der Bundeswehr geführt.

Für die polnische Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“, die im Herbst bei der Parlamentswahl ihre absolute Mehrheit verteidigen will, käme die Vereinbarung mit den USA natürlich gerade recht. Zudem wird am 1. September ein Besuch von Donald Trump in Warschau erwartet. Dann jährt sich der deutsche Überfall auf Polen im Jahr 1939 zum 80. Mal.

  Polens Präsident Andrzej Duda (l.) zeigt sich in seiner Heimat gern mit US-Soldaten – hier im Januar 2017 bei einer Übung bei Zagan.
Polens Präsident Andrzej Duda (l.) zeigt sich in seiner Heimat gern mit US-Soldaten – hier im Januar 2017 bei einer Übung bei Zagan. FOTO: picture alliance / Lech Muszynsk / Lech Muszynski