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| 12:41 Uhr

Atlantic Resolve
Polen bietet Milliarden Dollar für dauerhafte US-Truppen

Die neue US-Panzer-Einheit auf dem weg durch Deutschland nach Polen.
Die neue US-Panzer-Einheit auf dem weg durch Deutschland nach Polen. FOTO: dpa / Klaus-Dietmar Gabbert
Warschau . In Deutschland geht die Meinung über die Präsenz amerikanischer Truppen in Osteruopa auseinander. In Polen nicht. Unser Nachbar möchte jetzt sogar dafür zahlen.

Polen wäre bereit, sich mit zwei Milliarden US-Dollar an der Errichtung einer ständigen US-Militärbasis in Polen zu beteiligen. Das geht aus einem im Internet veröffentlichten Dokument des Verteidigungsministeriums hervor, über das als Erstes das Nachrichtenportal Onet.pl berichtet hatte. Das Verteidigungsministerium bestätigte die Echtheit des Dokuments.

In dem Schreiben mit dem Titel „Vorschlag für eine dauerhafte US-Präsenz in Polen“ ersucht die polnische Regierung darum, dass die USA dauerhaft eine Panzerdivision in Polen stationieren. „Die Regierung Polens ist bereit, beträchtliche Mittel dafür zur Verfügung zu stellen, die von 1,5 bis zwei Milliarden USD reichen, da es wichtig ist, die Lasten der Verteidigungsausgaben zu teilen“, heißt es darin.

Das Dokument ist nicht geheim und wurde unter anderem an den Kongress, Thinktanks und Regierungsinstitutionen in den USA geschickt.

Als Grund für die Notwendigkeit einer dauerhaften US-Militärpräsenz in Polen sehen die Verfasser eine Bedrohung durch Russland. Bereits seit 2017 sind im Rahmen der „Enhanced Forward Presence“, einer Nato-Verteidigungsinitiative in Osteuropa, Truppen in Polen stationiert. Die USA haben zudem mit der Operation „Atlantic Resolve“ eine Panzer-Einheit nach Osteuropa verlegt, die dort an Manövern der Partnerländer teilnimmt. Im Turnus von neun Monaten wird die Einheit sowie weitere Luft- und Logistikeinheiten ausgetauscht. In Poznan haben die US-Truppen ein Hauptquartier zur Koordination der Manöver eingerichtet. Eines der größten in diesem Jahr, „Saber Strike 18“ hat am Sonntag begonnen.

Politiker der Opposition kritisierten das Vorgehen als unprofessionell. Der ehemalige Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak sagte, „diese Art von Diplomatie“ sei „ein Ausdruck von Hilflosigkeit“ und schwäche die Verhandlungsposition Polens. Auch aus Deutschland hatte es Kritik an den US-Truppenverlegungen gegeben.

(dpa/bob)