Eine schwedische Behörde hat Verkehrsteilnehmer irrtümlich vor einem bevorstehenden Luftangriff gewarnt. Die Verkehrsverwaltung stufte die ihr unterlaufene Panne vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs als "schwerwiegend" ein. Eine interne Untersuchung sei eingeleitet worden, teilte ein Sprecher der Behörde am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP mit. Wie es zu der Panne kommen konnte, war zunächst unklar.
Die Verkehrsverwaltung hatte die Falschmeldung am Mittwoch in einem als "TMC" bezeichneten System versendet. Das System versendet Verkehrsnachrichten über das Autoradio an die Navigationssysteme. Die falsche Warnung vor einem Luftangriff betraf die Region Belinke in Südschweden. Dort liegt einer der wichtigsten Luftwaffenstützpunkte des Landes.

Luftangriff-Warnung für Schweden taucht in Navis auf

"Wichtige Verkehrsnachricht, Bezirk Blekinge: Luftangriff, Gefahr", lautete die Warnung, die in den Navis aufpoppte. Schwedische Medien, die von verwirrten Autofahrern kontaktiert worden waren, wandten sich daraufhin an die Verkehrsverwaltung.
Schweden hat seit mehr als 200 Jahren keinen Krieg auf dem eigenen Staatsgebiet erlebt. Seine lange Tradition der militärischen Neutralität gab das Land aber als Reaktion auf den im Februar von Russland begonnenen Angriffskrieg gegen die Ukraine auf: Zusammen mit dem benachbarten Finnland beantragte Schweden im Mai die Aufnahme in die Nato. Vor dem Nato-Beitrittsantrag hatten russische Militärflugzeuge wiederholt den schwedischen Luftraum verletzt.