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| 19:12 Uhr

Wer kriegt was?
Nun hat Seehofer die Qual der Wahl

Horst Seehofer will Minister für Inneres, Bauen und Heimat werden.
Horst Seehofer will Minister für Inneres, Bauen und Heimat werden. FOTO: Matthias Balk / dpa
Berlin. Zwei Ministerposten, mindestens drei Bewerber – die CSU wartet die SPD-Urwahl ab. Werner Kolhoff

Merkels Personaltableau steht. Was macht die Schwesterpartei CSU? Ihre drei Ministerien sind bekannt. Nur fehlen die Namen, und das soll auch bis zum 5. März so bleiben. Die Geheimnistuerei hat einen  Grund: Die Entscheidung wird Enttäuschte zurücklassen. Und da will Parteichef Horst Seehofer lieber abwarten, ob es überhaupt zu einer Groko kommt und die SPD mehrheitlich dafür stimmt.Klar ist immerhin, dass Seehofer selbst neuer Minister für „Inneres, Bauen und Heimat“ werden will. Das hat er bereits in den Koalitionsverhandlungen verkündet. Für die anderen zwei auf die Christsozialen entfallenden Ministerien  – Verkehr und Digitales auf der einen, Entwicklungshilfe auf der anderen Seite – gibt es drei Bewerber. Mindestens. Weil sowohl CDU als auch wahrscheinlich die  SPD einen Großteil ihrer Regierungsposten mit Frauen besetzen, gibt es zudem noch ein weiteres „Problem“: Unter den Ministern aus Bayern sollte tunlichst ebenfalls eine Frau sein. In der alten Regierung war das nicht der Fall.

Damit hat Dorothee Bär beste Chancen,  Ministerin für Verkehr und Digitales zu werden. Die 39-jährige Fränkin ist schon Parlamentarische Staatssekretärin im Verkehrsministerium und außerdem internetaffin. Das Amt würde ihr also liegen. Allerdings würde sie dann die Ambitionen von Andreas Scheuer stören, seines Zeichens CSU-Generalsekretär, eng mit Seehofer verbandelt und, weil auch noch niederbayerischer Bezirksvorsitzender, innerparteilich ziemlich mächtig. Bär weiß dafür den künftigen Regierungschef Markus Söder hinter sich. Denkbar wäre auch, dass sie für Scheuer Generalsekretärin wird; immerhin war sie von 2009 bis 2013 schon stellvertretende Generalsekretärin. Freilich hätte die CSU im eigentlichen Bundeskabinett dann wieder nur eine Frauenquote von Null. Ein dritter Bewerber könnte beim Thema Verkehr sogar der bisherige Agrarminister Christian Schmidt sein, der sein Haus an die CDU verloren hat und gerne weiter Minister bliebe. Er führt das Verkehrsministerium seit Monaten schon geschäftsführend mit.Bär könnte theoretisch auch auf die Entwicklungshilfe ausweichen, freilich ohne jegliche Vorkenntnisse. Außerdem würde sie dort den bisherigen Minister Gerd Müller verdrängen, der sich im Amt durchaus einen guten Ruf erworben hat und auch gut mit Angela Merkel kann. Das ist in diesem Ressort, das viel mit europäischer und internationaler Politik zu tun hat, nicht unwichtig. Müller will zudem nicht freiwillig gehen. „Ich kämpfe um den Job“, sagte der 62-Jährige erst letzte Woche am Rand der Münchener Sicherheitskonferenz. Die Entscheidung, so heißt es, liege beim Vorsitzenden. Allerdings wohl nicht ganz allein. Die Landesgruppe im Bundestag will traditionell ein gewichtiges Wort mitreden, muss sie die künftigen Minister in Berlin doch mittragen. Und dann kommen die  CSU-Bezirksverbände hinzu.