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NRW weigert sich als einziges Bundesland, Bearbeitungszeiten konkret zu nennen.

Nicht alles wird mit einer neuen Landesregierung gleich besser. Staus zum Beispiel wird es in fünf Jahren auch noch geben, bekannte kürzlich NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Das könnte einer Umfrage des Bundes der Steuerzahler zufolge nicht nur Staus auf den Straßen betreffen, sondern auch in den Finanzämtern.

Der Verband führt NRW 2017 wieder als das Bundesland mit den langsamsten Finanzämtern. Nirgendwo sonst in Deutschland dauert es so lange, bis der Steuerbescheid im Briefkasten liegt. Entsprechend lässt auch die Rückerstattung gern einmal länger auf sich warten. Wie viel länger weiß man allerdings nicht so genau - das Finanzministerium weigert sich als einziges in ganz Deutschland, die genaue durchschnittliche Bearbeitungsdauer anzugeben.

Nur eine Spanne, noch dazu eine beliebig gewählte, lassen sie sich im Ministerium von Lutz Lienenkämper (CDU) entlocken: Binnen zwei Wochen bis vier Monaten würden nahezu 95 Prozent aller Einkommensteuererklärungen bearbeitet. Binnen fünf Monaten seien es über 97 Prozent, innerhalb von sechs Monaten fast 99 Prozent.

Macht nichts, die Angaben sind schon aufschlussreich genug: Vier Monate entsprechen rund 120 Tagen. Es ist davon auszugehen, dass die meisten Steuerbescheide erst am Ende dieser Frist fertig sind (sonst hätte das Ministerium ja auch eine kürzere Spanne angeben können). Also müssen sich über 100 Tage durchschnittliche Bearbeitungszeit in NRW mit durchschnittlich 36,5 Tagen in Berlin messen lassen, wo die schnellsten Finanzbeamten wohnen. Selbst das nächstschlechteste Bundesland, Bremen, kommt auf 55,9 Tage. Spitzenreiter Berlin übrigens hat sich in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich verbessert. Möglich, dass die Rangliste Ansporn war. Vielleicht würde es in NRW ja doch helfen, genaue Zahlen zu nennen.

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(RP)