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| 07:43 Uhr

Hier in NRW
NRW sollte in E-Bikes statt in Elektroautos investieren und so Verkehrsprobleme lösen.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) gibt in diesem Jahr 12,4 Millionen Euro für Radwege an Landstraßen und auf stillgelegten Bahnstrecken aus. Drei Millionen Euro mehr, als die Vorgängerregierung zuletzt investiert hat. Hinzu kommen 30 Millionen Euro, die für den kommunalen Radwegebau, für Radwege an Bundesstraßen und Radschnellwege veranschlagt werden.

Das klingt nach ziemlich viel Geld. Aber es ist doch recht wenig im Vergleich zu den Fördermilliarden, die vor allem die Bundesregierung seit Jahren den Elektroautos hinterherwirft. Mit mäßigem Erfolg: Gerade mal 53.861reine Elektroautos sind in Deutschland bislang unterwegs. Dem gegenüber stehen etwa drei Millionen Elektro-Fahrräder. Allein im vergangenen Jahr wurden bundesweit 720.000 E-Bikes verkauft - der Trend ist stark steigend. Und das so gut wie ohne Subventionen.

Die Zahlen sind eindeutig. Die Menschen wollen keine E-Autos, E-Bikes aber schon. Anstatt noch jahrelang auf den technischen Durchbruch beim Elektroauto zu warten, sollte die Verkehrspolitik lieber den viel aussichtsreicheren Boom der E-Fahrräder unterstützen. Mit noch mehr Radwegen, mit Subventionen zum Nachrüsten von Duschen und Umkleiden an Arbeitsstätten und mit überdachten Radwegen entlang der meistgenutzten Pendlerstrecken.

E-Bikes kosten viel weniger als E-Autos und sind deshalb als Standard viel schneller durchsetzbar. Sie sind gesünder, und sie brauchen keine Parkplätze. Schon das macht sie zum Joker. Und man kann sie perfekt mit Bus und Bahn kombinieren.

E-Bikes lösen nicht alle Verkehrsprobleme des Landes auf einmal, aber sie können fast alle auf einmal entschärfen. Der Markt ist dafür reif, die Verbraucher auch. Fehlt nur noch eine Verkehrspolitik, die eins und eins zusammenzählt.

Ihre Meinung? Schreiben Sie unserem Autor: kolumne@rheinische-post.de

(RP)