ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:39 Uhr

Nordkorea testet Interkontinentalrakete

Pjöngjang/Seoul. Nordkorea hat nach eigenen Angaben erstmals eine Interkontinentalrakete (ICBM) getestet, die auch die USA erreichen kann. Der Test der Hwasong-14 genannten Rakete, den Machthaber Kim Jong Un persönlich angeleitet habe, sei erfolgreich gewesen, berichteten die Staatsmedien am Dienstag unter Berufung auf die Akademie für Verteidigungswissenschaft des Landes. dpa/sm

Nordkorea könne "jeden Teil der Welt mit Atomwaffen treffen".

Mit dem Test einer ICBM wäre eine neue Eskalationsstufe im Streit um Nordkoreas Atomprogramm erreicht, der als einer der gefährlichsten Konflikte weltweit gilt. Das weithin isolierte Land arbeitet seit Jahren an der Entwicklung von Langstreckenraketen, die auch die USA erreichen können. Anchorage in Alaska ist 6000 Kilometer von Pjöngjang entfernt, Berlin knapp 8000 Kilometer.

Die US-Streitkräfte, die den Test aufzeichneten, sprachen von einer landgestützten Mittelstreckenrakete, die Nordkorea abgefeuert habe. Sie flog demnach 37 Minuten und somit länger als bei früheren nordkoreanischen Raketenversuchen. Als Interkontinentalraketen gelten Raketen mit einer Reichweite von mehr als 5500 Kilometern. Sie werden üblicherweise mit Atomsprengköpfen bewaffnet und folgen nach Verlassen der Erdatmosphäre einer ballistischen Flugbahn. UN-Resolutionen verbieten der kommunistischen Führung Nordkoreas den Test ballistischer Raketen.

US-Präsident Donald Trump hatte mehrfach mit Alleingängen in dem Konflikt gedroht und auch militärische Aktionen nicht ausgeschlossen. Nach dem jüngsten Test twitterte Trump jedoch, vielleicht werde China Maßnahmen gegen Nordkorea ergreifen, um "diesen Unsinn" zu beenden. Südkorea und Japan verurteilten den Test als Provokation. Damit habe Nordkorea erneut gegen UN-Resolutionen verstoßen. Nach Angaben Japans stürzte die Rakete wahrscheinlich in die exklusive Wirtschaftszone des Landes - eine 200-Meilen-Zone vor der Küste. Tokio erklärte, zusammen mit den USA und Südkorea mehr Druck auf Nordkorea ausüben zu wollen.