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| 19:12 Uhr

Nord Stream 2
Russland gilt für Energieminister Altmeier als zuverlässiger Gaslieferant

Ein russischer Bauarbeiter telefoniert neben einem Rohrstück für die Gas-Pipeline Nord Stream 2.
Ein russischer Bauarbeiter telefoniert neben einem Rohrstück für die Gas-Pipeline Nord Stream 2. FOTO: dpa / Dmitry Lovetsky
Berlin . Der politische Konflikt um das europäische Zukunfstprojekt Osteepipeline Nord Stream 2 schwelt munter weiter. Von Igor Steinle

Die Bauarbeiten an der Ostseepipeline Nord Stream 2 haben bereits begonnen. Ab 2019 soll die Gaspipeline Erdgas von der russischen Ostseeküste nach Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) transportieren. Der politische Konflikt um das Projekt, das Europas Energieversorgung der kommenden Jahrzehnte sicherstellen soll, schwelt währenddessen munter weiter – auch ohne die spitzen Bemerkungen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump.

Vor allem die Ukraine sieht sich als Verlierer des deutsch-russischen Energiedeals. Der Nachbar Russlands fürchtet Milliardenverluste, wenn das Gas nicht mehr wie gehabt über ukrainisches Territorium geleitet wird, sondern vermehrt durch die Ostsee. Am Dienstag kamen deswegen der deutsche Energieminister Peter Altmaier (CDU), sein russischer Kollege Alexander Nowak, der ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin sowie der für Energie zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Maros Sefcovic, zu ersten Gesprächen zusammen, um eine Lösung zu finden. „Die Uhr tickt“, machte Sefcovic deutlich. Denn 2019 läuft der Transitvertrag zwischen der Ukraine und Russland aus, bis dahin will man ein neues Abkommen ausgehandelt haben. Ziel sei, dass auch weiterhin ein „substanzieller Gastransit“ durch die Ukraine stattfindet, sagte Altmaier.

Russlands Präsident Wladimir Putin deutete bereits Entgegenkommen an. Er sei „bereit, den Transit beizubehalten“, wenn vor einem Stockholmer Schiedsgericht ein Handelsstreit zwischen Russland und der Ukraine beigelegt werde, sagte er am Montag bei seinem Treffen mit US-Präsident Trump in Helsinki.

Für Trump hingegen ist die Pipeline inzwischen liebstes Angriffsziel im Handels- und Rüstungsstreit mit Deutschland geworden. Auf dem Nato-Gipfel vergangene Woche in Brüssel machte er Kanzlerin Merkel heftige Vorwürfe: Deutschland verlasse sich auf den teuren militärischen Schutz der USA, kaufe sein Erdgas aber für Milliarden Euro in Russland. „Furchtbar“ sei das, was sie da mache. Trump leiten dabei eigene Interessen: Er würde den Europäern lieber US-Flüssiggas verkaufen.

Ermutigt von der harschen Kritik des US-Präsidenten  hoffen nun allerdings viele Gegner des Projekts auf seine Einstellung. Vor allem die Osteuropäer fürchten eine wachsende Dominanz Russlands in Europa. Befürworter jedoch machen geltend, dass aufgrund steigenden Erdgasbedarfs in Europa kein Weg an der Pipeline vorbeiführe. Russland gilt zudem als verlässlicher Gaslieferant, was auch Altmaier nochmal  deutlich machte: „Der Gastransit ist noch nie gefährdet gewesen.“