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Nach rassistischem Tweet
Noah Becker will Schmerzensgeld von AfD-Abgeordnetem

Die Bild-Kombo zeigt den AfD-Abgeordneten Jens Maier und den Sohn von Tennis-Legende Boris Becker, Noah Becker.
Die Bild-Kombo zeigt den AfD-Abgeordneten Jens Maier und den Sohn von Tennis-Legende Boris Becker, Noah Becker. FOTO: dpa, mkx gfh kno
Exklusiv | Berlin. Noah Becker verlangt einem Medienbericht zufolge 15.000 Euro Schmerzensgeld von dem sächsischen AfD-Bundestagsabgeordneten Jens Maier. Dieser hatte Becker auf seinem Twitter-Account als "kleiner Halbneger" bezeichnet.

Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" zitiert Beckers Anwalt Christian-Oliver Moser mit den Worten: "Uns bleibt in Anbetracht von Maiers Reaktion nichts anderes übrig, als den Entschädigungsanspruch einzuklagen." Auf Beckers Angebot, alternativ mittels einer Spende von 7500 Euro an eine karitative Organisation den Streit beizulegen, sei der AfD-Abgeordnete nicht eingegangen, schreibt der "Spiegel".

Die Weigerung habe Maier in einem Schreiben an den Anwalt Beckers damit begründet, dieser habe "sich selbst zunächst rassistisch geäußert". Und "der, der austeilt", müsse auch einstecken.

AfD-Bundesvorstand hatte Maier abgemahnt

Der Kommentar des sächsischen Abgeordneten hatte sich auf ein Interview bezogen, in dem Becker erklärte, Berlin sei im Vergleich zu London oder Paris eine "weiße Stadt", er selbst sei wegen seiner Hautfarbe attackiert worden. Becker hat ein Maler-Atelier in Berlin, arbeitet als DJ und ist Mitglied einer Band.

Maiers Kommentar war später gelöscht worden. Der AfD-Abgeordnete erklärte, der Tweet sei von einem Mitarbeiter abgesetzt worden, das Arbeitsverhältnis inzwischen beendet. "Dieser Tweet widerspricht nicht nur meinem Stil, er gibt auch nicht mein Gedankengut wider", erklärte Maier.

Vom AfD-Bundesvorstand wurde er dennoch abgemahnt. Außerdem ermittelt die Staatsanwaltschaft Dresden gegen den Abgeordneten wegen des Verdachts der Beleidigung.

Der sächsische Abgeordnete gehört dem rechtsnationalen Flügel der Partei um den Thüringer Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke an.

(das/dpa)