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Neuer Terrorangriff in Frankreich?

Französische Polizisten sichern in Levallois-Perret bei Paris den Tatort.
Französische Polizisten sichern in Levallois-Perret bei Paris den Tatort. FOTO: dpa
Paris. Nach einer Auto-Attacke auf Soldaten bei Paris prüfen die Ermittler einen Terrorverdacht. Der Fahrer steuerte seinen Wagen am Mittwochmorgen im Vorort Levallois-Perret in eine Gruppe Militärs und verletzte dabei sechs von ihnen. Sebastian Kunigkeit

"Wir wissen, dass das eine absichtliche Tat war", sagte Innenminister Gérard Collomb. Der mutmaßliche Täter konnte zunächst fliehen. Die für Terror-Fälle zuständige Pariser Staatsanwaltschaft zog den Fall an sich. Sie leitete eine Untersuchung wegen versuchten Mordes an Amtspersonen in Verbindung mit einem Terrorvorhaben ein. Die Soldaten gehörten zum Anti-Terror-Einsatz Sentinelle (Wache), der Militärpatrouillen in französischen Städten umfasst. Seit Januar 2015 waren in Frankreich bei islamistischen Anschlägen fast 240 Menschen ermordet worden.

Verteidigungsministerin Florence Parly sprach von einer "feigen Tat". Der Verdächtige wurde nach mehrstündiger Fahndung auf der Autobahn 16 festgenommen, die von Paris nach Nordfrankreich und Belgien führt. Der Fahrer sei dabei verletzt worden, meldete der Sender Franceinfo. Zunächst war nicht abschließend geklärt, ob es sich um den Angreifer handelt.

Die 65 000-Einwohner-Gemeinde Levallois-Perret liegt westlich von Paris. Nach Angaben des Bürgermeisters Patrick Balkany befindet sich dort ein Raum, den die Soldaten für ihren Einsatz nutzen. Der Fahrer habe augenscheinlich darauf gewartet, dass die Militärs zu ihrem Fahrzeug gehen, und sei dann auf sie zugerast, so Balkany zum Sender BFMTV. "Das ist eine abscheuliche Aggression." Er vermutete, dass Levallois-Perret bewusst für die Attacke ausgewählt wurde, weil dort der Inlandsgeheimdienst DGSI seinen Sitz hat. Beamte der DGSI spielen eine wichtige Rolle bei Anti-Terror-Ermittlungen.

Französische Sicherheitskräfte waren schon mehrfach Ziel von Anschlägen, im April wurde ein Polizist auf dem Prachtboulevard Champs-Élysées erschossen. Anfang des Jahres ging ein Mann mit Macheten auf eine Militärpatrouille im Louvre-Museum los. Im März erschossen Soldaten einen Angreifer im Pariser Flughafen Orly, der einer Soldatin ihre Waffe entreißen wollte.