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| 20:02 Uhr

Neue FDP-Generalsekretärin
Brandenburgerin soll Beer folgen

 Parteichef Christian Lindner stellte am Mittwoch seine Kandidatin vor, die er auf dem Bundesparteitag in der kommenden Woche als Nachfolgerin von Nicola Beer zur Wahl stellen wird. Die brandenburgische FDP-Bundestagsabgeordnete Linda Teuteberg soll neue Generalsekretärin der Liberalen werden.
Parteichef Christian Lindner stellte am Mittwoch seine Kandidatin vor, die er auf dem Bundesparteitag in der kommenden Woche als Nachfolgerin von Nicola Beer zur Wahl stellen wird. Die brandenburgische FDP-Bundestagsabgeordnete Linda Teuteberg soll neue Generalsekretärin der Liberalen werden. FOTO: dpa / Uwe Anspach
Berlin. Das Generalsekretärsamt bei der FDP bleibt weiblich. Parteichef Christian Lindner stellte am Mittwoch seine Kandidatin vor. Die ist Brandenburgerin. Stefan Kegel

Lindner stellte die Frau vor, die er auf dem Bundesparteitag in der kommenden Woche als Nachfolgerin von Nicola Beer zur Wahl stellen wird. Die brandenburgische FDP-Bundestagsabgeordnete Linda Teuteberg soll neue Generalsekretärin der Liberalen werden.

Er wolle damit „eine politische Botschaft senden und die personelle Verbreiterung der Freien Demokraten vorantreiben“, erklärte Lindner bei der Präsentation der 37-Jährigen im Berliner Hans-Dietrich-Genscher-Haus.

Teuteberg, die nach fünf Jahren im Potsdamer Landtag seit 2017 im Bundestag sitzt, sei eine „sehr erfahrene Politikerin“ und verbinde Weltoffenheit mit Empathie, lobte der Parteichef. Die 1981 in Königs Wusterhausen bei Berlin geborene Juristin trat 1998 den Jungen Liberalen bei, zwei Jahre später der FDP und gehört seit acht Jahren dem Vorstand an. Im Bundestag machte sie sich als migrationspolitische Sprecherin einen Namen.

Teuteberg war als Favoritin für das Amt gehandelt worden, weil die FDP momentan ihre weibliche Seite entdeckt. Eine parteiinterne Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Frage, warum nur ein Fünftel der Freien Demokraten weiblich ist und wie man das ändern kann. Auch der Parteitag wird sich mit dem Thema Gleichberechtigung beschäftigen.

Zweiter Pluspunkt für Teuteberg ist ihre Herkunft aus einem ostdeutschen Land. Mit den Landtagswahlen im Herbst in Brandenburg, Sachsen und Thüringen stehen der FDP schwierige Aufgaben bevor. In allen drei Parlamenten ist sie momentan nicht vertreten. In den Umfragen dort liegt sie bei fünf bis sechs Prozent - ein erneutes Scheitern ist also nicht ausgeschlossen. Mit der Brandenburgerin Teuteberg will Lindner auch ein Zeichen vor diesen wichtigen Wahlen setzen.

Die bisherige Generalsekretärin Nicola Beer gibt ihr Amt auf, weil sie als Spitzenkandidatin ihrer Partei bei der Europawahl antritt.

Teuteberg konnte allerdings bei ihrer Vorstellung noch kein Rezept dafür vorlegen, wie ihre Partei im Osten besser Fuß fassen kann. „Lassen Sie sich überraschen, da werde ich mir einiges überlegen“, sagte sie lediglich und versprach, sie werde sich hier „mit voller Kraft und Freude einbringen“.

Details wolle sie beim Bundesparteitag (26. bis 28. April) nennen. Bislang hatte Teuteberg zwar Verständnis für eine gewisse Unzufriedenheit im Osten gezeigt und mehr Respekt im Westen vor dem tiefen Strukturwandel dort verlangt. Andererseits wandte sie sich gegen „manche unberechtigte Jammerei“.

Am Mittwoch positionierte sich Teuteberg erst einmal bei ihrem Kernthema, der Innenpolitik. Die Vorlage lieferte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) mit seinem am Mittwoch vom Kabinett beschlossenen „Geordnete-Rückkehr-Gesetz“. Teuteberg verlangte eine konsequentere Durchsetzung der Ausreisepflicht für Ausländer ohne Aufenthaltsrecht. „Da hat dieser Gesetzentwurf Licht und Schatten.“

Außerdem müssten die Länder ihrer Verantwortung nachkommen und mehr Abschiebehaftplätze schaffen. Die Unterbringung in gesonderten Bereichen regulärer Justizvollzugsanstalten könne nur eine „Notlösung“ sein, betonte Teuteberg.

Dass sich Teuteberg bisher vor allem als Innenpolitikerin profilieren konnte, dürfte für die FDP im Osten ebenfalls von Bedeutung sein. Dort wird die Flüchtlingspolitik der Großen Koalition von Union und SPD und insbesondere von Kanzlerin Angela Merkel scharf kritisiert.

Teuteberg habe gezeigt, dass in der Migrationspolitik Weltoffenheit und Empathie nicht im Widerspruch stehen müssten zu Konsequenz und Rechtsstaatlichkeit, fasste Lindner das bisherige Wirken seiner Kandidatin zusammen.

„Das ist genau die Position der Mitte, die wir als Freie Demokraten für uns beanspruchen – zwischen den Extrempositionen im Bereich der Migrationspolitik, also Abschottungsgedanken oder eine naive Form von Willkommenskultur und Multikulturalismus.“

Lindner erhoffe sich, dass Linda Teuteberg diesen Stil auch auf andere Politikfelder übertragen könne, etwa auf die Klima-Auseinandersetzung.⇥mit dpa

 Parteichef Christian Lindner stellte am Mittwoch seine Kandidatin vor, die er auf dem Bundesparteitag in der kommenden Woche als Nachfolgerin von Nicola Beer zur Wahl stellen wird. Die brandenburgische FDP-Bundestagsabgeordnete Linda Teuteberg soll neue Generalsekretärin der Liberalen werden.
Parteichef Christian Lindner stellte am Mittwoch seine Kandidatin vor, die er auf dem Bundesparteitag in der kommenden Woche als Nachfolgerin von Nicola Beer zur Wahl stellen wird. Die brandenburgische FDP-Bundestagsabgeordnete Linda Teuteberg soll neue Generalsekretärin der Liberalen werden. FOTO: dpa / Uwe Anspach