Außenminister soll Heiko Maas (51, SPD) werden. Bisher war er für Justiz zuständig. In außenpolitischen Fragen ist er bisher nicht in Erscheinung getreten. Es wird spannend zu sehen sein, wie er sich aus dem Schatten Sigmar Gabriels, der auf Geheiß der Parteiführung aussortiert wurde, profilieren wird.

Arbeits- und Sozialminister wird Hubertus Heil (45, SPD). Seine Referenz für den Posten: Er ist aus Niedersachsen. Der große Landesverband musste bei der Ministervergabe innerhalb der SPD bedacht werden. Heils Qualifikation für das Amt: Er war mal zwei Jahre Geschäftsführer bei der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen im SPD-Landesverband Brandenburg. Er geht als ein bisschen als Ossi durch.

Umweltministerin wird die frühere nordrhein-westfälische Forschungsministerin Svenja Schulze (39). Sie ersetzt die als Klimapolitikerin immer energisch auftretende Barbara Hendricks (65, SPD). Schulze dürfte sehr viel mehr auf Parteilinie der kohlefreundlichen SPD liegen, kommt sie doch aus dem Landesverband Nordrhein-Westfalen. In der Vergangenheit hat sie sich für eine Erforschung und Nutzung der CCS-Technologie eingesetzt. das wäre aus Lausitzer Sicht ein neuer Zungenschlag in der Bundespolitik.

Das Justizressort bekommt Katarina Barley (39, SPD), bisher Ministerin für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Als Juristin bringt die Kölnerin die fachlichen Voraussetzungen für ihr neues Amt mit. Sie war auch wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bundesverfassungsgericht.

Familienministerin: Einzige ostdeutsche Ministerin wird die aus Brandenburg stammende bisherige Bürgermeisterin von Berlin-Neukölln, Franziska Giffey (39). In Neukölln hat sie sich einen Namen als Nachfolgerin von Heinz Buschkowsky gemacht. Sie tritt unter anderem für eine Kindergartenpflicht für Kinder ab dem dritten Lebensjahr ein. Welche Akzente sie in der Bundespolitik setzen wird, bleibt abzuwarten.

Finanzminister wird der bisherige Hamburger Regierungschef Olaf Scholz (49, SPD). Als bekanntester und profiliertester Kandidat in der Riege der SPD-Minister werden ihm gute Chancen zugerechnet, ein ähnlich resoluter Oberaufseher der Finanzen zu werden wie sein Vorgänger Wolfgang Schäuble. Der Hamburger Scholz ist als ruhiger, besonnener Denker bekannt. Das passt ins Amt.

Kanzleramt: Chef des Kanzleramts und damit Manager der Regierung soll Helge Braun (45, CDU) werden. Merkel hält große Stücke auf den Narkosearzt aus Hessen. Er ist eher ein Mann der leisen Töne.

Verteidigungsministerin bleibt Ursula von der Leyen (59, CDU). Was von ihr zu erwarten ist, sollte bekannt sein.

Wirtschaft und Energie liegen künftig in der Hand von Peter Altmaier (59, CDU). Der bisherige Kanzleramts-Chef soll für die CDU wieder wirtschaftspolitische Kompetenz zeigen, nachdem das Ministerium zuletzt in SPD-Hand war. Als Bergmannssohn könnte er ein offenes Ohr für die Lausitzer Sorgen im Strukturwandel haben. Altmaier hat bereits angekündigt, einen Fokus auf den weiteren Aufbau Ost zu legen.

Gesundheit: Mit Jens Spahn (37, CDU), bindet Merkel einen der größten Kritiker in die Kabinettsdisziplin ein. Im Thema kennt er sich aus.

Bildung und Forschung: Auf die in Brandenburg bestens bekannte Johhana Wanka folgt mit Anja Karliczek (46, CDU) ein völlig unbekanntes Gesicht. Karliczek war früher Hotelmanagerin, dem Bundestag gehört sie erst seit 2013 an. Bildungspolitik gehörte bisher nicht zu ihrer Agenda.

Superminister für Inneres und Heimat wird Horst Seehofer (68, CSU). Für den Verzicht aufs Ministerpräsidentenamt im heimischen Bayern hat sich Seehofer allerlei Sonderrechte in Berlin einräumen lassen. So will er allerlei Referate in seinem Haus einrichten lassen, die sich mit Themen der anderen Ministerien befassen. Geht es nach Seehofer, kommen die Richtlinien der Bundespolitik demnächst aus dem Innenressort.

Verkehrsminister wird Andreas Scheuer (43, CSU), bisher CSU-Generalsekretär. Er verfolgt damit den gleichen Karriereweg wie sein Vorgänger Dobrindt. Dass er eine kritischere Haltung zur deutschen Auto-Industrie etwa in Fragen der Diesel-nachrüstung einnehmen wird, darf bezweifelt werden.

Landwirtschaft wird künftig Aufgabe der ehemaligen Weinkönigin Julia Klöckner (45, CDU). Im Ministerium kennt sie sich aus. 2009 bis 2011 war sie hier schon Parlamentarische Staatssekretärin.

Entwicklunsgminister bleibt Gerd Müller (62, CSU). Aufgefallen ist er bisher höchstens durch seinen Namen. Das dürfte wohl so bleiben.