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Merkels Moment

Angela Merkel ist für übereilte politische Entscheidungen eher nicht bekannt. Mal abgesehen vom Atomausstieg nach dem Fukushima-Unfall. Dass sie nun jede militärische Beteiligung im Syrien-Konflikt ausschließt und sich damit gegen die Bündnispartner Frankreich, USA und Großbritannien stellt, ist erstaunlich. Und falsch. Der mutmaßliche Giftgasangriff der Milizen des syrischen Machthabers Assad muss von der internationalen Gemeinschaft hart und spürbar beantwortet werden, wenn man solche Kriegsverbrechen künftig an anderer Stelle vermeiden will. Michael Bröcker

Angela Merkel ist für übereilte politische Entscheidungen eher nicht bekannt. Mal abgesehen vom Atomausstieg nach dem Fukushima-Unfall. Dass sie nun jede militärische Beteiligung im Syrien-Konflikt ausschließt und sich damit gegen die Bündnispartner Frankreich, USA und Großbritannien stellt, ist erstaunlich. Und falsch. Der mutmaßliche Giftgasangriff der Milizen des syrischen Machthabers Assad muss von der internationalen Gemeinschaft hart und spürbar beantwortet werden, wenn man solche Kriegsverbrechen künftig auch an anderer Stelle vermeiden will. Eine kritische Erklärung im UN-Sicherheitsrat beeindruckt den Schlächter von Damaskus und seinen Freund im Kreml nicht wirklich. Merkel sollte sich zumindest die Option offenhalten, einen Angriff gegen Syriens Truppe zu unterstützen, wenn Beweise für den Urheber des Giftgasangriffs vorliegen. Zu einem amerikanisch-russischen Krieg wird es nicht kommen, wie die Gegner eines Militäreinsatzes befürchten. Russlands Präsident wird vor der Fußball-WM im eigenen Land für Syrien keinen ernsthaften Konflikt mit den USA riskieren.