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| 10:52 Uhr

Persönlich Eva Christiansen
Merkels Frau fürs Digitale

Der Aufstieg der Medienberaterin Christiansen zur Abteilungsleiterin Digitales wirft die alte Frage der Rivalität zwischen CDU und CSU wieder auf.

Der Aufstieg der Medienberaterin zur Abteilungsleiterin im Kanzleramt wirft die alte Frage der Rivalität zwischen CDU und CSU wieder auf.

Sie gehört seit Jahren zu den einflussreichsten Beratern im Regierungsviertel. Nun wird sie noch mehr Gewicht bekommen: Angela Merkels Medienberaterin Eva Christiansen steigt zur Abteilungsleiterin im Kanzleramt für Politische Planung, Innovation und Digitalpolitik auf. Eine Nachricht, die Nachfragen zur Hackordnung im Kanzleramt produziert.

In der Phase der Koalitionsverhandlungen und der Regierungsbildung hatten Merkel und Kanzleramtsminister Helge Braun mehrfach angekündigt, die Koordination für Digitalisierung ins Kanzleramt zu ziehen. Zugleich setzte die CSU durch, dass sie mit Staatsministerin Dorothee Bär ihr Aushängeschild für Digitales ebenfalls im Kanzleramt verankert. Als Gegengewicht zu Bär oder gar als Affront gegen Seehofer sieht man dort die neue Abteilung nicht. Diese Konstellation sei vielmehr von Anfang geplant gewesen. Digitalstaatsministerin Bär bezeichnet die noch im Aufbau befindliche neue Abteilung, die künftig 20 Mitarbeiter und fünf Referate haben soll, als "Arbeitsmuskel". Doch das Gehirn, das diesen Arbeitsmuskel in Bewegung setzt, ist dann doch der Chef des Kanzleramts, Helge Braun, und nicht die Digitalministerin, die nur den Rang einer Staatssekretärin hat. Bär wird das Thema weiter nach außen präsentieren können - die Finger an der Schaltzentrale hat sie allerdings nicht.

Seit 1998 gehört die 47-jährige Christiansen, die in Bonn Volkswirtschaft studiert hat, zum engsten Mitarbeiterkreis Merkels. Sie war immer für den Kontakt zu den und die Beratung über die Medien zuständig; zunächst als Parteisprecherin der Generalsekretärin Merkel, dann als Sprecherin der Oppositionsführerin Merkel in der Unionsfraktion. Seit dem Beginn von Merkels Kanzlerschaft 2005 arbeitet auch sie - unterbrochen von einer kurzen Babypause - ins Kanzleramt. Christiansen war auch Teil der ironisch als Girls-Camp bezeichneten Frauenmannschaft Merkels, die deren erste Amtszeit stark bestimmte.

Eva Quadbeck

(RP)