| 07:43 Uhr

Weltklimakonferenz
Merkel hält Rede in Bonn – auch zum Kohleausstieg?

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nimmt am Mittwoch an den Sondierungsgesprächen von CDU, CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen in der Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin teil. Zwischendurch wird sie nach Bonn  fliegen um dort vor der Weltklimakonferenz zu sprechen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nimmt am Mittwoch an den Sondierungsgesprächen von CDU, CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen in der Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin teil. Zwischendurch wird sie nach Bonn fliegen um dort vor der Weltklimakonferenz zu sprechen. FOTO: Kay Nietfeld / dpa
Die Erwartungen sind hoch: Kanzlerin Angela Merkel spricht am Mittwochnachmittag bei der Weltklimakonferenz in Bonn. Kann Sie einen Impuls für den Gipfel geben? Wird sie einen deutschen Kohleausstieg ankündigen?

Im politischen Berlin wird die Rede mit Spannung erwartet. Greenpeace-Geschäftsführerin Sweelin Heuss sagte: „Die Konferenz erwartet heute ein starkes Zeichen der Kanzlerin, dass Deutschland seine Zusagen im Klimaschutz einhält. Angela Merkel kann nicht länger nur über Klimaschutz reden, sie muss etwas dafür tun - das geht nur mit einem Kohleausstieg.“

Zusammen mit dem BUND, der Deutschen Umwelthilfe, dem Naturschutzbund Deutschland, dem WWF und Germanwatch warnte Greenpeace vor einem „klimapolitischen Totalausfall der Jamaika-Sondierer“. Es bestehe eine Kluft „zwischen Sonntagsreden und klimapolitischer Realität bei den Sondierungen sowie in der Regierungspolitik“.

Es sind nicht nur Umweltschutzverbände, die von Merkel die Ankündigung konkreter Schritte erwarten. Der Sprecher des UN-Klimasekretariats, Nick Nuttall, hatte am Dienstag erklärt: „Viele Teilnehmer hier fragen sich, hat Deutschland einen Plan für die Kohle und wird es einen Plan geben, damit Deutschland seine Klimaziele noch erreichen kann?“

Die Grünen-Vorsitzende Simone Peter forderte von der Kanzlerin ein klares Bekenntnis zum Umweltschutz. „Von Industrieländern wie Deutschland müssen angesichts weltweit steigender CO2-Emissionen jetzt Signale für einen ambitionierten Klimaschutz ausgehen - nicht länger mit schönen Worten, sondern endlich auch faktisch“, sagte Peter dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Von Mittwoch an wird bei der Klimakonferenz auf Ministerebene verhandelt. Ein Ziel haben die Delegierten bereits erreicht: Sie haben Texte für ein Regelwerk zur Umsetzung des Pariser Abkommens erstellt. Diese sollen bei der nächsten Weltklimakonferenz 2018 im polnischen Kattowitz beschlossen werden. Dafür müssen die Texte allerdings noch konkreter und kürzer werden.

Ein Streitpunkt, den die Minister behandeln müssen, ist die Klimafinanzierung. Viele Entwicklungsländer haben kein Geld für Klimaschutz - deshalb haben ihnen die reichen Länder Milliarden an Unterstützung zugesagt. An dieses Versprechen hatten die Entwicklungsländer bei den Beratungen in Bonn immer wieder erinnert. Sie befürchten, dass ein Großteil der zugesagten Mittel nie kommen wird, vor allem nach dem angekündigten Ausstieg der USA aus dem Klimaabkommen.

(dpa/bob)