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| 18:25 Uhr

Drei Tage, drei Länder
Merkel erinnert an die Gefahren illegaler Migration

Dudelsackspieler geleiten die Limousine mit der Bundeskanzlerin zum Empfang von Nigerias Präsident Muhammadu Buhari in der Hauptstadt Abuja.   
Dudelsackspieler geleiten die Limousine mit der Bundeskanzlerin zum Empfang von Nigerias Präsident Muhammadu Buhari in der Hauptstadt Abuja.   FOTO: dpa / Michael Kappeler
Abuja. Bundeskanzlerin beendet in Nigeria ihre Westafrika-Reise und kündigt Gespräche über Rückführungen an. Von Jörg Blank

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will über die Gefahren illegaler Migration in Herkunftsländern wie dem westafrikanischen Nigeria besser aufklären. „Vieles von dem, was über Europa, was über Deutschland gesagt wird, entspricht nicht der Wahrheit“, sagte Merkel am Freitag zum Abschluss ihrer dreitägigen Westafrikareise nach einem Treffen mit dem nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari. Dies solle künftig intensiver als bisher in den afrikanischen Ländern deutlich gemacht werden.

Deutschland werde in Nigeria wie in anderen afrikanischen Ländern auf die Gefahren hinweisen, wenn Menschen „ihr Land verlassen und oft ihr eigenes Leben damit in Gefahr bringen“, sagte Merkel. Sie wolle mit den Herkunftsländern im Sinne einer „Win-win“-Situation über die Rücknahme verhandeln, bei der beide Seiten Vorteile haben. Bei den weiteren Gesprächen müsse auch daran gearbeitet werden, wie die legalen Möglichkeiten des Austauschs verbessert werden könnten. So gebe es etwa 1200 nigerianische Studenten in Deutschland – diese Zahl könne auch vergrößert werden.

Buhari sagte, er sei „gegen jede Form der illegalen Migration“, bei der sich Menschen den Gefahren der Wüste und des Mittelmeers aussetzten. Sein Land habe vor etwa sechs Wochen rund 3000 Nigerianer, die in Libyen festsaßen, in die Heimat zurückgeführt. Seine Regierung werde auch weiterhin dafür sorgen, dass Landsleute aus Libyen zurückkehren können.

Nigeria ist Hauptherkunftsland von Migranten, die über die zentrale Mittelmeerroute von Libyen aus nach Italien übersetzen und dann weiter in europäische Länder wie Deutschland reisen. In der Bundesrepublik leben etwa 8600 aus Nigeria stammende abgelehnte Asylbewerber, die ausreisepflichtig sind. Hinzu kommen mehr als 20 000 weitere vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) abgelehnte nigerianische Asylbewerber, deren Klagen gegen die Entscheidung noch laufen.