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| 08:19 Uhr

Fallstudie zu Niedersachsen
Mehr Gewaltkriminalität durch Flüchtlinge

Rund 22 000 Straftaten monatlich wurden laut BKA im ersten Halbjahr 2017 durch Zuwanderer in Deutschland begangen. Die Mehrzahl davon sind Fälschungsdelikte. Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit machen ein Viertel der Fälle aus.
Rund 22 000 Straftaten monatlich wurden laut BKA im ersten Halbjahr 2017 durch Zuwanderer in Deutschland begangen. Die Mehrzahl davon sind Fälschungsdelikte. Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit machen ein Viertel der Fälle aus. FOTO: Fotolia
Hannover/Cottbus. In Deutschland steigt die Zahl der Fälle von Gewaltkriminalität. Sind Flüchtlinge daran Schuld? Eine neue Studie aus Niedersachsen sagt: Ja. Allerdings sind auch die Opfer in der Mehrzahl Flüchtlinge.

Am Beispiel Niedersachsen haben Wissenschaftler des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen die Entwicklung der Gewaltkriminalität untersucht. Zwischen 2014 und 2016 stieg die Zahl polizeilich registrierter Gewalttaten in Niedersachsen demnach um 10,4 Prozent - zu 92,1 Prozent sei diese Zunahme Flüchtlingen zuzurechnen. Gleichzeitig stieg zwar auch der Anteil der Flüchtlinge an der Gesamtbevölkerung. das könne aber nur einen Teil des Problems erklären, stellen die Kriminalwissenschaftler Christian Pfeiffer, Dirk Baier und Sören Kliem in der Untersuchung im Auftrag des Bundesfamilienministeriums fest. Die Studie liegt unter anderem der Deutschen Presse-Agentur, der „Süddeutschen Zeitung“ und dem ZDF vor.

Einen genaueren Blick haben die Autoren auf Menschen geworfen, die entweder Asyl beantragt haben, irgendeine Art von Schutz erhalten haben, zum Beispiel Asylberechtigte, die als Schutzsuchende abgelehnt wurden oder zur Gruppe mit „unerlaubtem Aufenthalt“ zählen. Ergebnis: Fast jede achte Gewalttat in dem Land rechnet die Polizei einem Migranten aus einer dieser Gruppen zu.

Das Urteil, Flüchtlinge seien pauschal krimineller, lässt sich der Studie aber nicht entnehmen. Zum einen gibt es große Unterschiede, wenn man die Herkunftsländer der Flüchtlinge betrachtet. Syrer, Iraker und Afghanen – das Gros der Flüchtlinge in Deutschland – fällt deutlich seltener auf. Das belegen auch die jüngsten Zahlen des Bundeskriminalamtes für das erste Halbjahr 2017. „Die überwiegende Mehrheit der Zuwanderer wurde nicht als tatverdächtig erfasst“, heißt es im Lagebild „Kriminalität im Kontext von Zuwanderung“. Menschen aus Marokko, Algerien und Tunesien werden dagegen besonders oft als Tatverdächtige ermittelt. Auch Migranten aus dem Balkan sowie aus Georgien, Gambia, Nigeria und Somalia sind laut BKA in den Fallstatistiken überrepräsentiert.

Rund 22 000 Straftaten monatlich wurden laut BKA im ersten Halbjahr 2017 durch Zuwanderer in Deutschland begangen. Die Mehrzahl davon sind Fälschungsdelikte. Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit machen ein Viertel der Fälle aus. Größtenteils handelt es sich um Körperverletzungen, bei denen auch die Opfer zum großen Teil Zuwanderer sind. 30 Personen wurden im ersten Halbjahr 2017 laut BKA durch Zuwanderer getötet, darunter 20 Zuwanderer, fünf deutsche Staatsangehörige, ein Staatsangehöriger eines EU-Staates sowie drei Staatsangehöriger eines Nicht-EU-Staates

Die Kriminologen aus Niedersachsen führen den Anstieg der Gewaltkriminalität auf die fehlende Perspektive dieser Flüchtlinge zurück. „Wir haben herausgefunden, dass die Nordafrikaner eben von vornherein ja klar gemacht bekommen haben: Ihr habt hier keine Chancen, ihr müsst alle wieder nach Hause. Während man den Kriegsflüchtlingen sehr schnell signalisiert hat: Ihr könnt bleiben, ihr bekommt einen festen Status. Und dann bemühen die sich natürlich, ja nichts falsch zu machen. Und verhalten sich brav und angepasst im Vergleich“, erklärte Studienleiter Christian Pfeiffer im ZDF.

Auuschlaggebend für die hohe Gewaltbereitschaft unter Flüchtlingen sei auch, dass es sich in der Mehrheit um junge Männer zwischen 14 und 30 Jahren handle. Ein wichtiger Aspekt des Problems sei auch, dass Flüchtlinge in Deutschland häufig in Männergruppen lebten - ohne Partnerin, Mutter, Schwester oder andere weibliche Bezugsperson, wie es in der Studie heißt. „Überall wirkt sich negativ aus: der Mangel an Frauen“, sagt Kriminologe Pfeiffer dazu. Dieser Mangel erhöhe die Gefahr, dass junge Männer sich „an gewaltlegitimierenden Männlichkeitsnormen orientieren“, heißt es in der Studie. Pfeiffer hält die Idee des Familiennachzugs deshalb für „nicht dumm“.

Die Wissenschaftler halten außerdem ein Einwanderungsgesetz für sinnvoll, in dem klar geregelt ist, unter welchen Bedingungen Ausländer eingebürgert werden können. „Das schafft für sie einen starken Anreiz, sich engagiert um die Erfüllung der Einwanderungsvoraussetzungen zu bemühen“, heißt es in der Untersuchung. Abgewiesene Asylsuchende sollten zudem mehr Unterstützung in ihrem Heimatland bekommen. Dafür solle der Staat mit mehr Geld Projekte in den Heimatländern der Flüchtlinge finanzieren.

(bob)