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| 10:13 Uhr

Schüler zu gut oder Abi zu leicht?
Mehr Einser-Abiturienten in Deutschland

 Immer mehr Schüler in Deutschland bestehen ihr Abitur mit einer eins vor dem Komma.
Immer mehr Schüler in Deutschland bestehen ihr Abitur mit einer eins vor dem Komma. FOTO: dpa / Karl-Josef Hildenbrand
Düsseldorf. Immer mehr Schüler in Brandenburg und Sachsen schließen ihr Abitur mit einer Eins vor dem Komma ab. Ein bundesweiter Trend. Der Deutsche Hochschulverband zeigt sich dementsprechend besorgt.

Der Anteil der Einser-Abiturienten ist bundesweit in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Hatte 2008 noch jeder fünfte Schulabsolvent (20,2 Prozent) einen Notenschnitt von 1,9 oder besser, war es 2018 mehr als jeder vierte (25,8 Prozent). Das ist das Ergebnis einer Umfrage der "Rheinischen Post" (Montag) in allen 16 Bundesländern. Dabei sei der Anteil der Einser-Abiturienten in allen Bundesländern außer in Baden-Württemberg gestiegen.

Deutscher Hochschulverband besorgt

Für den Deutschen Hochschulverband (DHV) sind mehr Einser-Abiturienten eine schlechte Nachricht. "Wir sehen es mit Sorge, dass die Abiturnoten besser werden", sagt DHV-Sprecher Matthias Jaroch der Zeitung. Der "Noteninflation" müsse Einhalt geboten werden: "Qualität muss Vorrang vor Quantität haben." Denn trotz der besseren Noten fehlten den Studienanfängern häufig wichtige Grundkenntnisse, etwa in der Mathematik.

Lehrergewerkschaft sieht keinen Qualitätsverlust

Die Schulexpertin der Lehrergewerkschaft GEW, Ilka Hoffmann, sieht dagegen keinen Qualitätsverlust, sondern glaubt, "dass die Jugendlichen heute zielstrebiger sind".

Die Daten der Länder zeigen nicht nur, dass die Zahl der Einser-Abiturienten zugenommen hat. Sie belegen auch große Unterschiede zwischen den Bundesländern. Den höchsten Anteil verzeichnete Thüringen, wo 37,9 Prozent der Abiturienten 2018 eine Eins vor dem Komma stehen hatten (2008: 30,5 Prozent). Am niedrigsten war die Quote in Schleswig-Holstein mit 17,3 Prozent (14,9).

(csc/kna)