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| 08:39 Uhr

London
May entgeht Debakel bei britischer Kommunalwahl

London. Es war der erste große Stimmungstest in Großbritannien nach der Parlamentswahl vergangenen Juni, bei der Premierministerin Theresa May ihre Mehrheit im Unterhaus verloren hatte. Rund 4400 Mandate in 150 englischen Kommunen standen zur Wahl. Der Großteil davon in London, wo über 1800 Gemeinderatssitze entschieden wurden. Traditionell darf die Regierungspartei im Königreich bei Kommunalwahlen eine Klatsche erwarten. Die Frage war nur: Wie deutlich würde die Ohrfeige für Mays Konservative Partei ausfallen? Könnte die Labour-Opposition unter Jeremy Corbyn den Durchbruch schaffen und die Weichen für einen Machtwechsel stellen?

Es war der erste große Stimmungstest in Großbritannien nach der Parlamentswahl vergangenen Juni, bei der Premierministerin Theresa May ihre Mehrheit im Unterhaus verloren hatte. Rund 4400 Mandate in 150 englischen Kommunen standen zur Wahl. Der Großteil davon in London, wo über 1800 Gemeinderatssitze entschieden wurde. Traditionell darf die Regierungspartei im Königreich bei Kommunalwahlen eine Klatsche erwarten. Die Frage war nur: Wie deutlich würde die Ohrfeige für Mays Konservative Partei ausfallen? Könnte die Labour-Opposition unter Jeremy Corbyn den Durchbruch schaffen und die Weichen für einen Machtwechsel stellen?

Der erwartete Paukenschlag blieb aus. In London konnten die Tories wichtige Hochburgen verteidigen. In anderen Städten holten sie sich unter anderem Stimmbezirke von der EU-feindlichen Ukip zurück. Corbyns Arbeiterpartei hatte viel erwartet. Besonders in London, wo über 40 Prozent der Sitze zu vergeben waren und wo Labour laut Umfragen um 20 Prozent vor den Konservativen lag, sollte ein Signal gesetzt werden. Tory-Hochburgen wie Westminster, Wandsworth oder Kensington wollte man schleifen und im Stadtteil Barnet die Kontrolle an sich reißen. Doch die Umfragen wurden durch das Wahlergebnis nicht bestätigt. Die Konservativen konnten Wandsworth, Westminister und Kensington halten. Und in Barnet, wo Labour nur zwei Sitzgewinne für die Übernahme brauchte, gewannen die Konservativen sechs Sitze dazu, und Labour verlor fünf.

Immerhin erging es der Arbeiterpartei nicht so schlimm wie der Ukip. Die Partei, die sich rühmen kann, das Brexit-Referendum erzwungen zu haben, erlitt einen totalen Kollaps an den Wahlurnen. Fast alle Gemeinderatssitze, die man hielt, gingen verloren. Die Partei ist praktisch ausradiert, weil sie keine Daseinsberechtigung mehr hat. Der Brexit ist erreicht, denken sich die Briten, aber dessen Management sollte man doch besser den Erwachsenen überlassen.

(witt)