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| 13:28 Uhr

Höchststrafe im NSU-Prozess
Verteidiger kündigt Revision an

Beate Zschäpe bei der Urteilsverkündung: Sie muss lebenslang hinter Gittern.
Beate Zschäpe bei der Urteilsverkündung: Sie muss lebenslang hinter Gittern. FOTO: dpa / Peter Kneffel
Liveblog | München. Beate Zschäpe ist als Mittäterin an den Morden und Gewalttaten des rechtsextremen NSU zur Höchststrafe verurteilt worden. Das Oberlandesgericht München verhängte am Mittwoch eine lebenslange Haftstrafe gegen die 43-Jährige. Ihr Anwalt kündigte an, Revision gegen das Urteil einzulegen.

Nach mehr als fünf Jahren Prozessdauer verurteilte das Gericht Zschäpe wegen Mordes, Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und schwerer Brandstiftung.Es stellte zudem deren besondere Schwere der Schuld fest.

Vier als NSU-Helfer mitangeklagte Männer erhielten Haftstrafen von bis zu zehn Jahren. Das Gericht verurteilte den früheren NPD-Funktionär Ralf Wohlleben zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahre, den Angeklagten André Eminger zu zweieinhalb Jahren. Gegen Holger Gerlach wurde eine Strafe von drei Jahren verhängt, gegen Carsten S. einer Jugendstrafe von drei Jahren.

Der Vorsitzende Richter Manfred Götzl folgte mit seinem Strafmaß für Zschäpe am Ende des Mammutprozesses der Forderung der Bundesanwaltschaft. Götzl folgte damit insbesondere auch der juristisch umstrittenen Sichtweise der Anklage, dass Zschäpe als Mittäterin an den zehn dem NSU zugerechneten Morden, zwei Bombenanschlägen und fünfzehn Raubüberfällen zu verurteilen war, obwohl sie an keinem der Tatorte der Morde und Anschläge anwesend gewesen sein soll.

Das Urteil im Münchner NSU-Prozess muss vom Bundesgerichtshof überprüft werden. Nach der Verurteilung von Beate Zschäpe wegen Mordes kündigte deren Verteidiger Wolfgang Heer am Mittwoch an, Revision einzulegen.

Nach dem Ende des NSU-Prozesses wollen auch die Verteidiger des Mitangeklagten Ralf Wohlleben das Urteil vom Bundesgerichtshof überprüfen lassen. Dies kündigte Rechtsanwältin Nicole Schneiders am Mittwoch nach der Urteilsverkündung des Oberlandesgerichts München an.

(AFP)