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| 22:02 Uhr

Nachgefragt
Lausitzer suchen schon nach Alternativen

 Solches Geschirr und Besteck aus Plastik wird es bald nicht mehr geben. Jetzt sind Alternativen gefragt. Aber welche sind dann alltagstauglich?
Solches Geschirr und Besteck aus Plastik wird es bald nicht mehr geben. Jetzt sind Alternativen gefragt. Aber welche sind dann alltagstauglich? FOTO: dpa / Alexander Heinl
Cottbus. Ab 2021 soll Plastik-Einweggeschirr verboten werden. Erste Lausitzer Imbissbetreiber haben sich schon nach Alternativen umgeschaut. Doch die können nicht immer überzeugen. Von Lydia Schauff

„Wir haben schon mal Bambus-Suppenschüsseln getestet, aber die waren nach kurzer Zeit durchgeweicht“, sagt René Becker von Renés Gulaschkanone. Mit seinen Imbisswagen steht er regelmäßig auf Märkten unter anderem in Bernsdorf, Hoyerswerda und Löbau. Da Becker aber nur sehr wenige Kunden hat, die die Suppe aus Einweggeschirr essen, wird er, wenn das EU-Verbot in Kraft ist, wohl auf richtiges Geschirr setzen. Generell kann der Imbissbetreiber aber gelassen der neuen EU-Regelung entgegensehen. „Die Mehrzahl meiner Kunden verwendet Mehrwegeimer, in denen die Suppe mitgenommen wird.“ Die Kunden spülen die kleinen Plastik-Eimerchen dann einfach immer wieder aus und lassen sie neu befüllen. Becker betreibt außerdem noch einen Imbiss in Dresden, hier verwendet er aber normales Geschirr, das gespült wird.

Thorsten Scheerer von S&W Feldküchen aus Grünheide (Mark) kann sich vorstellen, auf Suppenschalen aus Mais oder Zuckerrohr umzuschwenken. Wie praxistauglich die sind, werde sich dann erst zeigen. Statt Plastikbesteck könne er sich vorstellen, Bambusbesteck zu benutzen. Holz hingegen findet Scheerer nicht so gut, das habe „so einen Eigengeschmack“.

Frank Bereit, Schausteller und zweiter Vorsitzender vom Lausitzer Schaustellerverband, sieht die Pläne der EU sehr skeptisch. So würde mit der Regelung zwar auf der einen Seite auf Plastik verzichtet, auf der anderen Seite wäre aber der Transportaufwand, etwa für Geschirr, wesentlich höher. Zudem müsse das Geschirr dann entsprechend gespült werden. Und die Spülmittel belasteten auch die Umwelt.

Bereits im Mai, als die Pläne der EU-Kommission erstmals öffentlich wurden, hatte Christina Schlodder, die das Energie-Eck am Stadion des FC Energie Cottbus betreibt und bei Spielen im Stadion ausschenkt, gelassen reagiert. Sie setzt seit Jahren auf Hartplastikbecher, die gespült und wiederverwendet werden können. Damit die stabilen Becher mit Henkel auch wieder zurückkommen, erhebt sie darauf einen Euro Pfand. Die Reinigung der Becher übernimmt eine externe Firma. Die wiederverwendbaren Getränkebecher sind besser für die Umwelt, aber: „Das ist auch eine Frage des Geldes“, sagte Christina Schlodder damals. Manuela Damm von der Coex GmbH, die das Cottbuser Stadtfest organisiert, sagte damals, sie könne sich vorstellen, dass die Plastikgetränkebecher vollends von Hartplastikbechern abgelöst werden. Diese Mehrwegbecher würden etwa von den Betreibern der Cocktailbar-Buden bereits benutzt. Um das dann im großen Umfang zu ermöglichen, ist aber eine Spülstation vor Ort nötig. Auch müsste das Ganze logistisch bewerkstelligt werden.