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| 19:56 Uhr

Landtagswahl in Bayern
Grüne sehen Auftrag nach Politikwechsel

Mehr als einen Blumenstrauß verdient: Die grünen Spitzenkandidaten Ludwig Hartmann und  Katharina Schulze feiern Platz zwei in Bbayern.
Mehr als einen Blumenstrauß verdient: Die grünen Spitzenkandidaten Ludwig Hartmann und Katharina Schulze feiern Platz zwei in Bbayern. FOTO: dpa / Sven Hoppe
München. Die Grünen steigen in Bayern zur zweitstärksten politischen Kraft im künftigen Landtag auf. Grünen-Spitzenkandidatin Katharina Schulze, sagt, ihre Partei sei bereit, Verantwortung zu übernehmen.

Die Grünen haben ihr historisch gutes Abschneiden bei der Landtagswahl am Sonntag in Bayern als Auftrag für einen Politikwechsel im Freistaat gewertet. Der Grünen-Bundesvorsitzende Robert Habeck sagte am Sonntagabend im ZDF, die Menschen in Bayern hätten gesagt, dass es so nicht weitergehen solle: „Das ist ein Veränderungsauftrag.“ Nun müsse ausgelotet werden, ob dies auch bei den anderen politischen Parteien so angekommen sei.

Unmittelbar nach der Wahl ließ Habeck offen, ob seine Partei zu einer Koalition mit der CSU bereit ist. „Wenn es ungefähr so kommt, haben die Menschen in Bayern Veränderung gewählt“, sagte er. Jetzt komme es darauf an, ob das bei den anderen Parteien auch angekommen sei. Das Ergebnis seiner Partei nannte Habeck historisch für die Grünen und auch für Bayern. „Das ist die Stärke der Menschen in Bayern“, sagte er. Die Grünen waren Hochrechnungen von ARD und ZDF zufolge bei der Landtagswahl zweitstärkste Kraft mit 18,5 bis 19 Prozent der Stimmen geworden.

Glücklich über das Wahlergebnis war natürlich auch die Spitzenkandidatin der Grünen Katharina Schulze. „Natürlich sind wir bereit, Verantwortung für dieses schöne Land zu übernehmen. Ich selber bin ja auch nicht in die Politik gegangen, um in Schönheit am Spielfeldrand zu sterben, sondern um Gesellschaft zu verändern“, erklärte Schulze nach dem Aufstieg ihrer Partei zur zweitstärksten Kraft in Bayern.

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete und langjährige Parteivorsitzende Claudia Roth äußerte sich zufrieden über den Ausgang der Wahl in Bayern. Man habe alle drei Wahlziele erreicht: ein zweistellige Ergebnis zu erlangen, zweitstärkste Kraft zu werden und die absolute Mehrheit der CSU zu verhindern, sagte Roth in der ARD. Die Bayern hätten für einen Politikwechsel gestimmt.

Der einzige Grünen-Ministerpräsident in Deutschland, Winfried Kretschmann, hat seiner Partei zum Erfolg gratuliert. „Das ist ein großartiges Ergebnis für meine Partei in Bayern“, sagte Kretschmann. „Herzlichen Glückwunsch an die beiden Spitzenkandidaten Katharina Schulze und Ludwig Hartmann und alle anderen, die so hart für diesen großen Erfolg in Bayern gearbeitet haben.“

Die sächsischen Grünen bezeichneten den Wahlerfolg in Bayern als „Sauerstoffzufuhr“ für die Demokratie. „Diese Wahl war nicht nur richtungsweisend für Bayern, sondern auch für Deutschland und Europa“, betonte Parteichef Christin Melcher in Dresden. Mit einer „positiven, kraftvollen und mutigen Vision unserer Zukunft“ und einem pro-europäischen Wahlkampf könne man Wahlen gewinnen: „Hass, Ausgrenzung, der Muff der CSU und eine Politik, die Parteitaktik und Machtkalkül über die Interessen des Landes und der Menschen stellt, haben verloren.“

Das sich abzeichnende Wahlergebnis sei  auch ein Ausrufezeichen für Sachsen. „Auch in Sachsen kann der CDU-Filz in Politik und Amtsstuben abgewählt werden“, erklärte Melcher. Die sächsische CDU stelle schon lange ihre Parteiinteressen über die des Landes. Eine Sauerstoffzufuhr für die sächsische Demokratie sei hier genauso nötig wie in Bayern.

(AFP/dpa/roe)