ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:55 Uhr

Berlin
Länder rechnen mit zehn Milliarden Euro Kosten für Ganztagsausbau

 Nordrhein-Westfalen fordert für den geplanten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen Finanzgarantien.
Nordrhein-Westfalen fordert für den geplanten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen Finanzgarantien. FOTO: dpa / Roland Weihrauch
Berlin. Von Mathias Puddig

Der geplante Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für alle Grundschüler wird jährlich zehn Milliarden Euro kosten. Berechnungen der Länder zufolge wird er damit deutlich teurer als die zwei Milliarden Euro, die Union und SPD bislang laut Koalitionsvertrag zur Verfügung stellen wollen. Grund für den großen Unterschied sind demnach vor allem steigende Personalkosten. Die Bundesregierung hält trotzdem an ihrem Ziel fest, bis 2025 den Rechtsanspruch zu ermöglichen. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) stellte sich hinter den Plan. „Gemeinsam mit den Ländern arbeiten wir daran, dieses anspruchsvolle Vorhaben zum Erfolg zu führen“, sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Auch SPD-Bildungspolitikern Marja-Lissa Völlers bekräftigte: „Der Bedarf der Eltern zeigt, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind.“

Alexander Lorz (CDU), Präsident der Kultusministerkonferenz, machte unterdessen klar, dass es seiner Meinung nach ohne den Bund nicht gehen wird. „Wenn die Länder und Kommunen ab 2025 den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule erfüllen sollen, muss sich der Bund anstelle einer Einmalzahlung auch über das Jahr 2021 hinaus an den Kosten beteiligen“, sagte er. „Andernfalls können die Länder nicht garantieren, dass alle Eltern, die einen Platz beanspruchen, auch einen Platz bekommen.“

Trotz des Wirbels um das zurückliegende Matheabitur in einigen Ländern halten die Kultusminister an ihrem gemeinsamen Aufgabenpool fest. Dies sei eine Erfolgsgeschichte auf dem Weg zu mehr Vergleichbarkeit, sagte KMK-Präsident Lorz. Die Probleme mit dem diesjährigen Matheabitur hätten nichts mit dem Konzept des Pools zu tun gehabt, sondern mit der Zusammenstellung der Klausuren in den verschiedenen Ländern.

Künftig solle es noch genauere Vereinbarungen geben, nach denen die Länder Aufgaben aus dem Pool entnehmen, kündigte Lorz an. Seit wenigen Jahren bedienen sich alle Bundesländer in mehreren Fächern, darunter Mathematik, aus den gemeinsamen Aufgaben. Jedes Land entscheidet jedoch selbst, wie viele Aufgaben es davon verwendet.

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) forderte die Länder dazu auf, den gemeinsamen Pool konsequenter zu nutzen. Nur so lasse sich das Ziel erreichen, das Abitur in Deutschland vergleichbar zu gestalten, sagte er.

Anfang Mai hatten sich zunächst Zehntausende Schüler vorrangig aus Hamburg und Bayern über den Schwierigkeitsgrad des Mathe-Abis beschwert. Hamburg, Bremen sowie das Saarland kündigten inzwischen an, den Bewertungsschlüssel zu verändern – Schüler können dort mit besseren Noten rechnen.

 Als Präsident der Kultusministerkonferenz machte Alexander Lorz (CDU) deutlich, dass sich der Bund an den Kosten für den Ganztagsbetrieb an Schulen beteiligen müsse.
Als Präsident der Kultusministerkonferenz machte Alexander Lorz (CDU) deutlich, dass sich der Bund an den Kosten für den Ganztagsbetrieb an Schulen beteiligen müsse. FOTO: dpa / Silas Stein
 Nordrhein-Westfalen fordert für den geplanten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen Finanzgarantien.
Nordrhein-Westfalen fordert für den geplanten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen Finanzgarantien. FOTO: dpa / Roland Weihrauch
 Als Präsident der Kultusministerkonferenz machte Alexander Lorz (CDU) deutlich, dass sich der Bund an den Kosten für den Ganztagsbetrieb an Schulen beteiligen müsse.
Als Präsident der Kultusministerkonferenz machte Alexander Lorz (CDU) deutlich, dass sich der Bund an den Kosten für den Ganztagsbetrieb an Schulen beteiligen müsse. FOTO: dpa / Silas Stein