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| 10:10 Uhr

Bundesagrarministerin für Reduzierung des Bestandes
Klöckner will Abschuss von Wölfen erleichtern

 Bundesagrarministerin Julia Klöckner plädiert für eine Änderung des Naturschutzgesetzes.
Bundesagrarministerin Julia Klöckner plädiert für eine Änderung des Naturschutzgesetzes. FOTO: dpa / Bernd von Jutrczenka
Düsseldorf. Nicht nur immer wieder in der Lausitz, auch auf Bundesebene ist die Ausbreitung des Wolfes inzwischen ein Thema. Agrarministerin Julia Klöckner plädiert für eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes, dass eine regelmäßige „gemäßigte Bestandsregulierung“ möglich sei.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) dringt in der Bundesregierung darauf, den Abschuss von Wölfen zu erleichtern. In einem Brief an Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) fordert Klöckner dieser Tage, alle rechtlichen Möglichkeiten zur Reduzierung des Wolfsbestandes auszuschöpfen, die das internationale und europäische Artenschutzrecht bereithält. Das Bundesnaturschutzgesetz müsse so geändert werden, dass künftig eine regelmäßige „gemäßigte Bestandsregulierung“ möglich werde, die mehr als nur einzelne Abschüsse ermöglichen würde.

Die von Schulze zugesagte Änderung das Bundesnaturschutzgesetzes zum Abschuss einzelner besonders auffälliger Wölfe reiche nicht aus, schreibt Klöckner dem Bericht zufolge in dem Brief. In Deutschland lebten mittlerweile mehr als 600 Wölfe. „Der Wolfsbestand unterliegt einer hohen Populationsdynamik und wächst um circa 25 bis 30 Prozent pro Jahr, verdoppelt sich also alle drei bis vier Jahre“, schreibt die Landwirtschaftsministerin. „Die Wolfsübergriffe auf Nutztiere haben entsprechend zugenommen, bereits 2016 wurden mehr als 1000 Risse gezählt.“

Die große Koalition hatte sich im Sommer auf einen Kompromiss zum umstrittenen Thema Wolfspolitik geeinigt, in dem Landwirte gegen Umweltschützer stehen. SPD und Union beschlossen unter anderem, den Schadensausgleich für Landwirte zu erleichtern und die Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf weiter zu unterstützen.

Besonders in der Lausitz ist das Raubtier und die von ihm verursachten Schäden ein Dauerthema. Erst vor wenigen Tagen stand das Wolfsmanagement auf der Tagesordung des Görlitzer Kreistages. Dieser befürwortete einen Antrag der CDU/FDP-Fraktion, der bei hoher Wolfsdichte Abschusspläne vorsieht. Die Linke bezweifelt die Rechtmäßigkeit, der Landrat ist in Sorge.

In Deutschland sind zum 30. April dieses Jahres 73 Wolfsrudel ermittelt worden. Demnach konzentrierte sich das Wolfsvorkommen auf das Gebiet von der sächsischen Lausitz über Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen bis nach Niedersachsen.

(epd/red/uf)