In Deutschland soll das Kindergeld erhöht werden. Das haben zumindest Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) und nun auch Finanzminister Christian Lindner (FDP) gefordert. Die Gründe für die Forderung seien steigende Energiepreise und die allgemeine Teuerung durch die Inflation.
  • Wann könnte die Erhöhung des Kindergeldes kommen?
  • Auf welche Summe soll das Kindergeld erhöht werden?
  • Wie sieht das Kindergeld in Deutschland im europäischen Vergleich aus?

Wann könnte die Erhöhung des Kindergeldes kommen?

Die Erhöhung des Kindergelds soll voraussichtlich Teil des dritten Entlastungspakets werden. Dieses wird aktuell noch abgestimmt, es soll „in Kürze“ präsentiert werden. Details gibt es noch keine – aber es ist fast sicher, dass eine Kindergelderhöhung Bestandteil sein wird. Die Erhöhung des Kindergelds soll dann ab 1. Januar 2023 kommen.

Auf welche Summe soll das Kindergeld erhöht werden?

Aktuell beträgt die Höhe des Kindergeldes für das erste und zweite Kind jeweils 204 Euro im Monat. Für das dritte Kind werden 210 Euro gezahlt und ab dem vierten Kind gibt es 235 Euro. Seit 2010 ist das Kindergeld in Deutschland in moderaten Stücken gestiegen. So gab es 2010 für die ersten beiden Kinder jeweils 184 Euro pro Monat, 190 Euro für das dritte Kind und ab dem 4. Kind je 215 Euro.
Finanzminister Christian Lindner fordert folgende Erhöhung:
  • 227 Euro für das erste, zweite und dritte Kind
  • 250 Euro ab dem vierten Kind
  • ab 2024: 233 Euro für das erste, zweite und dritte Kind
Familienministerin Lisa Paus fordert hingegen eine deutlichere Kindergelderhöhung als die von Lindner geplante.

Wie sieht das Kindergeld in Deutschland im europäischen Vergleich aus?

Im europäischen Vergleich ist das Kindergeld in Deutschland mit am höchsten. Hier ein paar Beispiele, was andere europäische Länder an Kindergeld zahlen (Stand: 2019):
  • Belgien: ab 92,09 Euro
  • Bulgarien: ab 20 Euro
  • Estland: ab 55 Euro
  • Finnland: ab 94,88 Euro
  • Griechenland: ab 70 Euro
  • Österreich: ab 121,90 Euro
  • Polen: ab 22 Euro
  • Schweden: ab 108 Euro
  • Slowakei: ab 23,68 Euro

Drittes Entlastungspaket soll kommen

Um der Bevölkerung bei der Bewältigung der zahlreichen Probleme zu unterstützen, darunter auch die Preissteigerungen durch die Gasumlage, will die Bundesregierung abermals in die Tasche greifen. Kanzler Olaf Scholz (SPD) kündigte bei seiner Sommerpressekonferenz im August ein drittes Entlastungspaket an. Hier gibt es alle bisher bekannten Details zum dritten Entlastungspaket.
(mit Material von dpa)