| 02:38 Uhr

Keine kostenlosen Stornierungen

Die Idylle in Antalya ist trügerisch, die Stimmung in der Türkei aufgeheizt.
Die Idylle in Antalya ist trügerisch, die Stimmung in der Türkei aufgeheizt. FOTO: dpa
Cottbus/Berlin. In der diplomatischen Krise zwischen Deutschland und der Türkei hat die Bundesregierung eine neue Eskalationsstufe angekündigt. Die Reisehinweise des Auswärtigen Amts für das Land würden verschärft, sagte Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) am Donnerstag. Maiken Kriese

Aktuell schreibt das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite: "Die innenpolitische Lage in der Türkei ist weiterhin angespannt. Es ist nicht auszuschließen, dass es zu vereinzelten Demonstrationen und Großveranstaltungen kommen kann. Zuletzt waren in der Türkei in einigen Fällen Deutsche von freiheitsentziehenden Maßnahmen betroffen, deren Grund oder Dauer nicht nachvollziehbar war. Hierbei wurde teilweise der konsularische Zugang entgegen völkerrechtlichen Verpflichtungen verweigert."

Personen, die aus privaten oder geschäftlichen Gründen in die Türkei reisen, werde zu erhöhter Vorsicht geraten und empfohlen, sich auch bei kurzzeitigen Aufenthalten in die Listen für Deutsche im Ausland bei Konsulaten und der Botschaft einzutragen. "Die Auslandsvertretungen werden bei Festnahmen deutscher Staatsangehöriger nicht immer rechtzeitig unterrichtet, der Zugang für die konsularische Betreuung wird nicht in allen Fällen gewährt", heißt es weiter.

Der Deutsche Reiseverband (DRV) erklärt, dass die Aussagen Gabriels keine Reisewarnung darstellen. Neu im Sicherheitshinweis sei nur der Satz: "Personen, die aus privaten oder geschäftlichen Gründen in die Türkei reisen, wird zu erhöhter Vorsicht geraten." Das Auswärtige Amt habe damit keine Neubewertung der Sicherheitslage vorgenommen, sodass auch keine Verschärfung der Reisehinweise und keine Reisewarnung für das Land vorgenommen wurde.

Die Reisen für die Urlauber finden wie gebucht statt. Es gelten die regulären Allgemeinen Geschäftsbedingungen und damit die Storno- und Umbuchungsgebühren, teilt der Verband mit. Die Reiseveranstalter hätten die Entwicklung im Blick, wird versichert. Sie stünden außerdem über den DRV im engen Austausch mit dem Auswärtigen Amt und den Reiseleitern und Behörden vor Ort. Die Reiseveranstalter informieren ihre Gäste im Urlaubsgebiet allerdings über die Anpassung der Reisehinweise.